Kamp-Lintfort: Kiesgegner treffen CDU-Politiker

Protest in Kamp-Lintfort : Kiesgegner treffen CDU-Politiker

Die Kreis Weseler CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik  besuchte am Freitag das Wickrather Feld und sprach mit der IG Dachsbruch.

Wie kann man die Bedeutung einer Natur- und Kulturlandschaft besser vermitteln, als mittendrin. Und so luden die Vertreter der IG Dachsbruch die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik am Freitag kurzerhand zu einer Spritztour ins Grüne ein – besser gesagt: ins Wickrather Feld. „Wir möchten zeigen, wie gewaltig groß die Fläche ist, die der Regionalplan Ruhr zur Auskiesung vorsieht“, sagte Theo Rams. „Es sind insgesamt 92 Hektar Natur, Landwirtschaft und Naherholungsgebiet, die verloren gehen würden. Wir haben uns erlaubt, die Fläche einmal auf die Kamp-Lintforter Innenstadt zu übertragen. Von der City würde nicht mehr viel übrig bleiben“, erläuterte Rams anschaulich. Die IG nutzte am Freitag die Gelegenheit, die CDU-Abgeordnete für ihre Sorgen zu sensibilisieren. Zwar wird der Regionalplan vom Regionalverband Ruhr erstellt, doch der Landtag in Düsseldorf wird letztendlich im nächsten Jahr über die Änderung des Landesentwicklungsplans entscheiden. Je mehr Landtagsabgeordnete die IG im Kampf gegen den Kiesabbau an ihrer Seite weiß, desto größer sind die Chancen, das Vorhaben abwenden zu können. Die IG treibt drei Punkte im Regionalplan um: die Verlängerung des Versorgungszeitraumes von 20 auf 25 Jahre, die Aufgabe von Konzentrationsflächen sowie die Ermittlung des Kiesbedarfs. „Es werden bestehende Baggerlöcher überflogen. Dabei werden die Veränderungen von einem Zeitraum zum nächsten erfasst. Und per Dreisatz wird die Menge festgelegt“, fasste Helmut Wiedemann, Mitglied der Interessengemeinschaft, zusammen. „Diese Methode ist nicht nachvollziehbar.“ Wiedemann und seine Mitstreiter appellierten an die Landtagsabgeordnete, sich ausführlich mit dem Landesentwicklungsplan zu befassen, auch wenn dieser mehr als 1000 Seiten umfasse. Charlotte Quik zeigte sich am Freitag dem Kiesabbau am Niederrhein gegenüber skeptisch. „Damit stehe ich im Spannungsfeld zu meiner eigenen Landesregierung“, sagte die CDU-Abgeordnete aus Hamminkeln. „Wenngleich die Baustoffe wie Kies und Sand klar benötigt werden, darf der Niederrhein nicht zur Seenplatte werden“, sagte Quik. Die Landespolitikerin versprach, dass der Kiesabbau in der Landtagsfraktion einer intensiven Diskussion unterzogen werde. „Ich bin guten Mutes, dass wir an den Begriff Konzentrationszonen noch einmal herangehen werden“, erklärte sie den Mitgliedern der Bürgerinitiative. Keinen Handlungsspielraum sieht sie allerdings in der Verlängerung des Versorgungszeitraumes.