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Kamp-Lintfort: Kamper Konzerte geben Brahms pur

Musik in Kamp-Lintfort : Kamper Konzerte geben Brahms pur

Die Musikreihe würdigte einen großen Romantiker. Das Publikum war begeistert. Es spielten Katharina Apel, Anna Heygster und Yannick Rafalimanana.

Brahms pur hieß es im jüngsten Kamper Konzert: Nach Dvořák und Beethoven würdigte die Kammerkonzert-Reihe der Stadt Kamp-Lintfort und der Sparkasse Duisburg jetzt den großen Romantiker mit zwei Sonaten und einem Trio. Op. 99, op. 100, op. 101 – drei Werke, die alle im kreativen „Kammermusiksommer“ am Thuner See 1886 entstanden und die doch unterschiedlicher kaum sein könnten: kraftvoll und lange Zeit unverstanden die Cello-Sonate F-Dur, verträumt und kantabel die Violinsona-te A-Dur, düster das Klaviertrio in der „Schicksalstonart“ C-Moll. Der Cello-part in Opus 99 galt zu Brahms’ Lebzeiten als undankbar und spröde, auch wegen seines großen Ambitus. Katharina Apel kostete in der nüchtern und knapp gehaltenen Melodieführung jeden Ton aus und ließ mit Spannung und risikoreich auch verworrenste Passagen durchscheinend und nachvollziehbar wirken. Gelegentlich gerieten einige dominantere Passagen im Bemühen um eine sensibel dosierte Schärfung von Kontrasten zu vordergründig, was Pianist Yannick Rafalimanana jedoch aufmerksam und mit Einfühlungsvermögen zu kompensieren verstand. Als gleichberechtigter Partner erwies sich der gebürtige Franzose auch in der Sonate op. 100, in der Brahms beiden Instrumenten gleichen Raum gegeben hat. Anna Heygster verstand es, die Violinstimme mit überzeugendem Schmelz zu singen und brachte dabei immer wieder neue Klangfarben zum Vorschein.

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Dabei blieb ihr Ton stets plastisch und schlank, das Vibrato herrlich süß, ohne klebrig zu wirken. Finaler Höhepunkt des Konzerts war das Klaviertrio op. 101, insbesondere die wunderbar einheitlich kammermusikalisch herausgearbeitete Magie der Mittelsätze, die den berührenden Gesamteindruck mit seiner Einheit aus liedhafter Kantabilität, präziser Stimmführung, reichem Farbspektrum und transparenter Differenziertheit entscheidend prägte. Eine Zugabe gab es trotz des lang anhaltenden Beifalls nicht, „obwohl man doch eigentlich Opus 102 hätte erwarten können“, wie Koordinatorin Jeannette von der Leyen mit einem Augenzwinkern erklärte. Aber auch ohne das große Doppelkonzert war das Publikum sehr zufrieden, wie das Resümee einer Besucherin bewies: „Das war mal wieder ein musikalischer Hochgenuss!“

Für das Silvesterkonzert im Schir-rhof sind noch Restkarten zum Preis von 28 Euro erhältlich. Informationen und Verkauf im Geistlichen und Kulturellen Zentrum Kloster Kamp, Tel. 02842 927540, montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr, freitags von 10 bis 14 Uhr.