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Kamp-Lintfort: Kammermusik in fast atemloser Stille gespielt

Konzert in Kamp-Lintfort : Kammermusik in fast atemloser Stille

Katharina Apel und Megumi Hashiba beeindruckten die Zuhörer beim Kamper Konzert in der Stadthalle. Die Kamper Konzerte sind wegen der Corona-Krise in die eigentlich 740 Menschen fassende Halle umgezogen.

Normalerweise waren die Konzerte der Stadt Kamp-Lintfort und der Sparkasse Duisburg fast immer im kleinen, aber feinen Rokokosaal des Kamper Klosters zu hören. Nachdem Covid-19 die Veranstalter bereits dazu gezwungen hatte, das im Mai geplante dritte und vierte Konzert aufzuschieben und in die Kamp-Lintforter Stadthalle zu verlegen, fand an diesem Mittwoch auch das fünfte dort statt.

Vor knapp 100 Besuchern, die sich in großen Abständen auf die 740 Hallen-Sitzplätze verteilten, präsentierten Katharina Apel am Violoncello und die japanische Pianistin Megumi Haschiba unter dem Titel „Impressionen“ gut eine Stunde lang die „Sonate pour Violoncelle et Piano“ von Claude Debussy (1862-1918), die „Sonate für Klavier und Violoncello C-Dur“ von Ludwig van Beethoven (1770-1827) und die „Sonate pur Violoncello et Piano“ von Francis Poulenc (1899-1963).

„Für viele von Ihnen mögen diese drei Sonaten sehr unterschiedlich sein, was auch stimmt. Dennoch haben sie eines gemeinsam, nämlich dass sie alle von abrupten Gegensätzen geprägt sind“, erklärte Katharina Apel zu Beginn die Auswahl der drei Musikstücke und ergänzte ihre Erklärungen anschließend mit einigen wissenswerten Fakten zu den drei Komponisten.

So sei die erste an diesem Abend gespielte Sonate die dritte, leider aber auch letzte gewesen, die Debussy vor seinem Tod komponiert habe, wobei er der „musikalischen Eleganz und dem poetischen Ausdruck seines Landes“ einen besonderen Ausdruck habe verleihen wollen. Beethovens C-Dur-Sonate sei dagegen in einer für ihn sehr schwierigen finanziellen und emotionalen Lebensphase entstanden, während Francis Poulence zwar im Ersten Weltkrieg an der Front gewesen sei, dennoch aber überwiegend fröhliche Musikstücke, oft auch Gedichte seiner zahlreichen Dichter-Freunde vertont habe.

Katharina Apel gab zu jeder Sonate vorab eine detaillierte Beschreibung der jeweils zu erwartenden Besonderheiten der musikalischen Satzfolgen. So vorbereitet lauschten die überwiegend älteren Besucher dem wunderbar harmonisch aufeinander abgestimmten Spiel der beiden Musikerinnen mit fast atemloser Stille. So dürften die meisten „Dauerkunden“ der Kamper Konzerte dabei wahrscheinlich das sonst viel stimmungsvollere Ambiente im Rokokosaal des Kamper Klosters vergessen haben.

Die nächsten „Kamper Konzerte“ sind am Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. November, um 19 Uhr – wahrscheinlich wieder in der Kamp-Lintforter Stadthalle – geplant. Dann wird dort das „Amati Trio“, bestehend aus Gil Sharon an der Violine, Ron Ephrat an der Viola und der Violoncellist Alexander Hülshoff unter dem Titel „Serenaden“ Werke von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör bringen.