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Kamp-Lintfort: Kaliaktiv bringt Menschen ins Ehrenamt

Freiwilligenagentur in Kamp-Lintfort : Kaliaktiv bringt Menschen ins Ehrenamt

Die Freiwilligenarbeit hat sich während der fast zwei Jahre währenden Corona-Situation positiv verändert. Das sagt Anke Stark, Leiterin der Freiwilligenagentur „Kaliaktiv“. Das Bewusstsein, zu helfen, sei in dieser Zeit gewachsen.

Sie begleiten alte Menschen bei Behördenbesuchen und Einkäufen, helfen Kindern bei den Schularbeiten oder verteilen Essen an Hilfsbedürftige. Viele Menschen in Kamp-Lintfort leisten in ihrer Freizeit ehrenamtliche Arbeit. Sie zu unterstützen ist das Anliegen der seit 2017 bestehenden, bisher im Rathaus beheimateten Freiwilligenagentur „Kaliaktiv“. Seit Juni dieses Jahres hat die Agentur jetzt an der Freiherr-vom-Steinstraße 32a eine neue Anlaufstelle für Menschen, die an einem Ehrenamt interessiert sind. „Wir verstehen uns als Brücke für Einrichtungen, die in Kamp-Lintfort mit Ehrenamtlichen arbeiten und Menschen, die sich gerne ehrenamtlich engagieren möchten“, beschreibt Leiterin Anke Stark die Aufgabe ihrer Agentur.

„Des Weiteren versuchen wir, mit Hilfe von Aktionen die Bereitschaft zum Ehrenamt weiter zu fördern und interessierten Leuten bei der Findung der für sie passenden Angebote zu helfen.“ Manche so erklärt sie, würden sich zwar gerne irgendwo ehrenamtlich einbringen, wüssten aber anfangs bisweilen nicht so genau wo und auf welchem Gebiet. In solchen Fällen würde man erst einmal versuchen, in einem persönlichen Gespräch die Wünsche und Vorstellungen der jeweiligen Interessenten zu erkunden und ihnen dann anschließend ein oder mehrere passende Angebote machen: „Das ist ja der Sinn des Ehrenamtes, dass die Leute genau die Aufgabe finden, für die sie brennen. Ich denke, jeder trägt da einen besonderen Schatz in sich, bei dessen Entdeckung wir gerne behilflich sind.“

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Zurzeit können sie und ihre Kollegin Birgit Lötters von der städtischen „Koordinationsstelle für Bürgerengagement“ in fast 100 verschiedenen sozialen und kulturellen Einrichtungen mehr oder weniger zeitintensive Freiwilligenstellen anbieten. Darunter zum Beispiel als Vorleser des Vereins „LesArt“ in Schulen und Kindergärten, als Helfer im Reparaturcafé der Caritas oder bei der Betreuung von Kindergeburtstagen im Kleintierzoo „Kalisto“. „Bei uns wird niemand in eine bestimmte Richtung gedrängt. Uns ist wichtig, dass jeder das richtige Ehrenamt für sich findet. Darüber hinaus kann man jederzeit auch wieder aufhören oder eine andere Aufgabe übernehmen“, erklärt Anke Stark.

So sei zum Beispiel eine Freiwillige, die bisher viele Jahre in der Seniorenarbeit aktiv war, dann aber „mal etwas anderes machen“ wollte, heute als Führerin bei Kunstausstellungen im Gewölbekeller des Kamper Klosters tätig. Auf die Frage, ob, und wenn ja, in welcher Form sich die Freiwilligenarbeit während der jetzt schon fast zwei Jahre währenden Corona-Situation verändert habe, muss Stark nicht lange überlegen: „Erstaunlicherweise positiv.“ Das Bewusstsein, zu helfen, sei in dieser Zeit mit der Frage „Wo brauchen Sie denn jetzt dringend jemanden?“ eher gewachsen. Natürlich wären einige bisherige Aktivitäten durch die Beschränkungen weggefallen, dafür hätten sich aber auch ein paar neue ergeben. So habe man zum Beispiel einen wöchentlichen telefonischen „Besuchsservice“ für allein daheim lebende ältere Kamp-Lintforter ins Leben gerufen, um ihnen die durch die strengen Kontaktbeschränkungsmaßnahmen verursachte Einsamkeit zu erleichtern.

Natürlich mit einer entsprechenden schriftlichen Vorankündigung, um eventuellen Missbräuchen vorzubeugen. Darüber hinaus hat die Freiwilligenagentur mit Hilfe des schon fast zum festen „Kaliaktiv“-Team gehörigen jungen Ehrenamtlers Luca Rusch die Homepage der Agentur so aktualisiert, dass man sich jetzt auch per Internet über deren Angebote informieren und bei Interesse ein entsprechendes Kontaktformular ausfüllen kann, auf das sich Anke Stark dann persönlich mit dem Interessenten in Verbindung setzt.