Kamp-Lintfort: Initiative Eyller Berg will Grünkohl-Belastung nachgehen

Diskussion in Kamp-Lintfort: Eyller Berg: Initiative will der Grünkohl-Belastung nachgehen

Deponie-Gegner setzen ihre Arbeit fort. Stadt strebt Runden Tisch zur Rekultivierung der Deponie an.

Die Bürgerinitiative Endlager Mensch strebt Untersuchungen zur Belastung von Grünkohl im Bereich der Deponie Eyller Berg weiter nachgehen. „Die Sache ist für uns noch lange nicht abgeschlossen“, sagte Lutz Malonek im Kamp-Lintforter Umweltausschuss. Grünkohl aus dem Umfeld der Deponie dürfe aufgrund von Belastungen lediglich zwei bis dreimal wöchentlich verzehrt werden, sagte Malonek, Kopf der Initiative und Mitglied des Ausschusses. Das Landesumweltamt könne die Belastung weder eindeutig auf die Deponie zurückführen noch eine andere Ursache nennen. „So kann man mit den Bürgern nicht umgehen“, sagte Malonek.

In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses soll die Initiative genauer Rechenschaft über ihre Arbeit ablegen. Hintergrund: Im städtischen Haushaltsplan-Entwurf für 2019 ist erneut eine Zuwendung (1000 Euro) für die Deponie-Gegner vorgesehen. Kämmerer Martin Notthoff sagte, dass es dabei in den kommenden Jahren bleiben soll, obwohl das Ende der Sonderdeponie in Sicht ist. Bis Ende 2022 darf dort Müll abgelagert werden, dann wird die Deponie abgedeckt und rekultiviert. Die Deponiebetreiber wollen eine ein Meter dicke Erdschicht auftragen und Gras säen. So ist es im Jahr 2016 in einem gerichtlichen Vergleich zwischen Bezirksregierung und der Eyller-Berg-Abfallgesellschaft (EBA) verienbart worden.

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Wie berichtet, wünschte sich die Stadt eine Begrünung, die einen „optischen Mehrwert“ bringt, etwa mit Sträuchern. Doch dies wäre eine „freiwillige Leistung“ der EBA, sagte Notthoff. Die SPD regte die Bildung eines Runden Tisches mit Stadt, Bezirksregierung und EBA über die Rekultivierung der Deponie an. Die Stadtverwaltung will versuchen, eine solche Gesprächsrunde zu organisieren. Bernhard Kames (Grüne) schlug vor, im Sinne der Aktion „Kamp-Lintfort summt“ statt bloß Gras auch Wildblumen zu säen. Auch darüber will Notthof mit der EBA reden.

Peter Stapper (CDU) äußerte sich skeptisch zu Plänen, auf der Deponie eine Photovoltaik-Anlage zu errichten. Anwohner könnten durch Reflexionen gestört werden, sagte er. Zudem fand er es „merkwürdig“, dass Bürger „keinen Fuß mehr“ auf den Berg bekommen sollen. Otto Sartorius wies daraufhin, dass die Deponie nach Ende der Müllablagerungen in eine mindestens zehnjährige „Stilllegungsphase“ trete, an diese werde sich eine mindestens 30 Jahre lange „Nachsorgephase“ anschließen. „Da kann keiner drauf“, sagte Sartorius. „Das ist eben so.“

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