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Kamp-Lintfort: Initiative baut Sitzbank für Bushaltestelle

Schnelle Helfer in Kamp-Lintfort : Initiative baut Sitzbank für Bushaltestelle

Das Wartehäuschen der Bushaltestelle „Gymnasium“ an der Moerser Straße hat eine Sitzbank bekommen. Das Team der AGH Urban Gardening baute die Bank in Eigenleistung und übergab sie am Mittwoch der Öffentlichkeit.

Eine schmucke Holzbank an der Kamp-Lintforter Haltestelle „Gymnasium“ an der Moerser Straße gehört ab sofort zum Wartehäuschen. Sattes Grün, Blumenmotive und das SCI-Logo sind die Kennzeichen dieser stabilen Holzbank. Rund eine Woche hat das Team „AGH-Urban Gardening“ daran gearbeitet, angefangen von den vorbereitenden Holzarbeiten, über den Anstrich bis zum Zusammenbau. Am Mittwoch wurde die Bank offiziell der Stadt Kamp-Lintfort an Ort und Stelle übergeben.

„Wir haben unseren Standort am Dachsberg. Von Anwohnern und Wartenden haben wir erfahren, dass es keinerlei Sitzmöglichkeiten an den Haltestellen gibt. Das war ärgerlich“, sagt SCI-Projektleiter Jörn Eichner. Zwar sind die Haltestellen wie gewünscht barrierefrei. Doch bei Wartezeiten ist eine Sitzgelegenheit, wichtig gerade für Ältere und Gehbehinderte, wünschenswert, so die Argumentation der Bürger. Innerhalb der zehnköpfigen Gruppe sprudelten am Dachsberg die Ideen, wie zu helfen sei. Der Bau einer Sitzbank ging zügig in die Realisierungsphase. „Wir haben mit diversen Materialspenden aus unserem Fundus gearbeitet“, bestätigt Frank Liebert, SCI-Geschäftsführer. Die Truppe hat noch weitere Pläne für die Verschönerung der Landesgartenschau-Stadt.

Sogenannte Brachflächen seien interessant, wie Eichner erläutert. So wird bereits eine dieser Flächen am Dachsberg für den Gemüseanbau im Eigenbedarf genutzt. Eine andere ungenutzte Fläche bearbeitete das Team und machte es für Kinder als Spielfläche zugänglich. Das Projekt AGH-Urban Gardening wird in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Kreis Wesel und dem SCI Moers als Projekt für Zugewanderte angeboten.

„Eine wirkliche bunte Truppe. Sie sind anerkannt oder stecken noch im Verfahren“, sagt dazu Günter Holzum, stellvertretender Geschäftsführer vom Jobcenter. Verschiedene Ebenen bedient dieses Projekt, das bis Ende 2020 läuft, wie Stefanie Albert, Bereichsleiterin Jobcenter Kreis Wesel, erläuterte. „Wir haben ganz unterschiedliche handwerkliche Talente, die zum Einsatz kommen. Jeder bringt sich mit seinen Kompetenzen ein.“ Neben einem strukturierten Tagesablauf erfahren die Teilnehmer im Alter von 30 bis 60 Jahren das Arbeiten im Team. Die eigene Motivation wird positiv gesteigert.

Die Regelmäßigkeit bestimmt die Arbeitszeit. „Wir sind wirklich zufrieden. Das Projekt ist von Erfolg gekrönt. Vor allem werden Erfahrungen erworben, Qualitäten und Kompetenzen gestärkt, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind“, so Eichner. Frank Liebert ergänzt: „Die Beschäftigungsfähigkeit wird erhöht. Stabilisierung und Aktivierung gelingen über die Gruppe. Alle lernen voneinander. In der Gruppe wird nur Deutsch gesprochen. Es ist faszinierend. Das Projekt ist ein wertvoller Beitrag zur Integration.“

Das Bankprojekt bezeichnet Heiko Fauseweh von der Stadtverwaltung ebenfalls als Win-win-Situation. „Eine absolute Bereicherung. Nun können die Wartenden adäquat sitzen. Der Standort vor der Schule ist richtig gewählt.“