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Kamp-Lintfort: Im Hotel ist für Maria und Josef kein Zimmer frei

Weihnachten in Kamp-Lintfort : Im Hotel ist für Maria und Josef kein Zimmer frei

Die Kinder der Freien evangelischen Gemeinde Hoerstgen führen die Weihnachtsgeschichte als Musical auf, das 2019 spielt.

Die Randalierer und Rüpel haben in Bethlehem keinen guten Ruf. Es gibt Beschwerden beim Ordnungsamt der Stadt, diese seien laut, wild und schmutzig. Trotzdem werden diese Frauen und Männer mit ihre Baseballkappen und Sonnenbrillen, die gerne eine Flasche Bier an den Hals setzen, von Gott als erste zur Krippe gerufen, in der Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsgeschichte wird in der Adventszeit in vielen Gemeinde aufgeführt, bei der Freien evangelischen Gemeinde am Sonntag so, als ob sie nicht vor gut 2000 Jahren spielt, sondern heute.

So erfährt Josef im Musical „Ey Mann, Gloria“, dessen Text und Musik aus der Feder von Peter Menger stammt, beim Hotel „Zur Badeente“, seine Buchung per Internet sei nicht eingegangen. Deshalb sei für ihn und Maria, die hochschwanger ist, kein Zimmer mehr frei. Die Randalierer, zu denen sich die Hirten im Heute gewandelt haben, werden von den Engeln vor einer „krassen Neuigkeit“ gewarnt. Gottes Sohn sei geboren.

Sie werden von den Engeln gefragt: „Rafft ihr das?“ Sie „raffen“ es und laufen als Erste zum Stall, um dem Kind laut zuzujubeln, um erneut die Bessergestellten auf den Plan zu rufen. Das war 160 Besuchern des Gottesdienstes, vor allem jungen Familien mit ihren Kindern, einen Szenenapplaus wert, wie die vielen musikalischen Einlagen.

Diese haben 30 Kinder seit Ende September einstudiert, begleitet von zwölf Erwachsenen unter Leitung von Helga Nehrenheim. Ihr Mann Helmut Nehrenheim spielte zum Musical Gitarre, Inka Braun Klavier und Lukas Höschen Schlagzeug. Sein Vater Peter Höschen hatte das Bühnenbild gebaut. Peter Gutschek hatte sich um die Technik gekümmert. „Gott ist in Deine Welt gekommen“, sagte Pastor Joachim Lang nach dem Musical, das den Kern des Gottesdienstes bildete. „Wenn die Weihnachtsgeschichte verfremdet ist, lässt sie sich leichter im Heute vorstellen.“ Alle Theaterspieler und Sänger, Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren, erhielten am Ende des Gottesdienstes kleine Geschenke, wie alle jungen Gottesdienstbesucher.

Der Erlös der Kollekte, 780 Euro, fließt in das Projekt „Von Herz zu Herz“ in der Stadt Jilikul im Süden Tadschikistans. Seit September arbeitet Johanna Böckler in ihren Internationalen Freiwilligenjahr für die Allianz Mission in Dushambe, der Hauptstadt Tadschikistans.„Mit dem Geld werden Kinder von der Straße geholt“, sagte die 18 Jahre alte Hoerstgenerin. „Für sie gibt es zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote.“