Kamp-Lintfort: Grundschulen sollen weniger auswärtige Kinder aufnehmen

Bildungsausschuss in Kamp-Lintfort : Grundschulen sollen weniger auswärtige Kinder aufnehmen

Bildungsausschuss reagiert auf höhere Kinderzahlen und Platzmangel in den Schulen. Ein Projekt offenbart Kraftmangel bei vielen Schülern.

Grundschulen in Kamp-Lintfort sollen künftig keine Kinder mehr aufnehmen, die nicht im direkten Einzugsbereich wohnen – zumindest dann nicht, wenn sie ohnehin schon ausgelastet sind. Das hat der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch ohne Einwände beschlossen.

Demnach würde sich immer häufiger zeigen, dass Eltern für ihre Kinder nicht die Grundschule auswählen, die am nächsten ist. In Kombination mit der Tatsache, dass es in Kamp-Lintfort deutlich mehr Kinder gibt als bislang angenommen, führe das dazu, dass die Grundschulen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. So mussten etwa an der Grundschule am Niersenberg zum neuen Schuljahr viele Anmeldungen abgelehnt werden.

Für die Zukunft sei zu erwarten, dass – auch wegen der großen Neubaugebiete – die Kinderzahlen noch weiter steigen. Derzeit arbeite die Verwaltung mit viel Aufwand daran, für jede Wohnanschrift die nächstgelegene Grundschule zu ermitteln. Der Beschluss soll möglichst schon für das Anmeldeverfahren zum Schuljahr 2020/21 in die Tat umgesetzt werden.

Weil die Schulen ausgelastet sind, wurde im gleichen Zug dem Antrag der Ebertschule und der Grundschule am Pappelsee entsprochen, die künftig maximal dreizügig sein werden. „Wir kennen die Probleme, beispielsweise am Pappelsee, seit langem“, sagte Simon Lisken (CDU). „Das geht auch bis in die Betreuung im offenen Ganztag. Da platzt die Schule einfach aus allen Nähten.“ Die Ebertschule als einzige mit Inklusionsschwerpunkt wird künftig nur noch 24 Kinder pro Klasse aufnehmen.

Wenig erfreulich waren die Ergebnisse aus dem Projekt „KommSport“, bei dem die Kommune den Bewegungs- und Fitnessstand der Grundschulkinder erhob. Demnach haben die Schüler in vielen Bereichen teils große Defizite. „Den Kindern fehlt die Armkraft“, sagte Alexander Winzen, Vertreter der Schulen. „Zum Beispiel bei Liegestützen sind wir sehr unterdurchschnittlich.“ Der Ausschussvorsitzende Norbert Thiele (SPD) sagte: „KommSport gibt uns detaillierte Erkenntnisse. Die Schulen und Eltern wissen jetzt, woran sie arbeiten müssen.“ Er will das Projekt fortsetzen.

Winzen erwiderte: „Wir teilen den Eltern die Ergebnisse ihrer Kinder mit und sprechen auch über Fördermaßnahmen. Das Problem ist aber, dass die Motivation der Schüler in vielen Fällen nicht sehr groß ist.“ Laut des Berichts sind Mädchen deutlich sportlicher als Jungen, können auch häufiger schwimmen. Bei der Schwimmfähigkeit schnitten Kinder mit Migrationshintergrund deutlich schlechter ab: Nur 25 Prozent der Jungen und 35 Prozent der Mädchen konnten schwimmen, bei Kindern ohne Migrationshintergrund waren es 55 beziehungsweise 75 Prozent.

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