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Kamp-Lintfort: Große Bühnenshow in der Stadthalle

Kulturelle Bildung in Kamp-Lintfort : Große Bühnenshow in der Stadthalle

Unter dem Motto „Die Bühne gehört uns“ verzauberten 120 Georg-Forster-Gymnasiasten in der Stadthalle das Publikum.

KAMP-LINTFORT „Lasst die Show beginnen“ hieß es am Donnerstagabend. Ein Feuerwerk aus Tanz, Sport, Film, Musik, Sketch und Theater prasselte auf die gefüllten Reihen in der Kamp-Lintforter Stadthalle nieder. Eltern, Freunde und Lehrer kamen aus dem Staunen kaum noch heraus. Mit mehr als 20 Programmpunkten präsentierten sich ungeahnte Talente und Begabungen, die im Schulalltag eher im Verborgenen bleiben.

Die jungen Akteure erlebten ihren großen Moment, begleitet von frenetischem Applaus. Fragt man bei den Jugendlichen nach den besonderen Highlights, fällt die Entscheidung schwer. „Einfach alles“, so die Antwort. Für Organisatorin und Lehrerin Dietlind Frommann-Grün ist es beispielsweise die Fünftklässlerin Emma Sophia Leichleiter, die sich selbst das Bratschenspiel beibrachte. Zugleich steht Emma stellvertretend für alle anderen Tageshelden, die sich mit ihren besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen vor ein großes Publikum mit Soloauftritten oder in der Gruppe trauten. Der instrumental-vokalpraktische Kurs unter Leitung von Lehrerin Sonja Hackstein ist ein Beispiel dafür. Band und Chor begeisterten. Mit dabei Bastian Burzynski. „In unserer Gruppe entstehen während des Kurses die Ideen, die sich mit Musik umsetzen lassen“, so der Oberstufenschüler.

Auch dieser Auftritt hat gezeigt, was die Jugendlichen können. Vergessen sind die Proben in den Freistunden, das Lampenfieber, die Angst, beim Auftritt zu patzen oder mitten im Text hängenzubleiben. „Wir haben neben unseren Schülerinnen und Schülern auch auswärtige Gruppen, die zu unserer Schule Kontakt haben und auftreten“, sagt die Organisatorin. So beispielsweise reiste die bosnische Folklore-Gruppe BKUD „Nur“ aus Oberhausen an. Die Hip-Hop-Gruppe „Next Generation“ gehört zur Tanzschule Wille, deren Tänzerinnen im Alter bis 16 Jahre etliche Meistertitel gewonnen haben. Ähnlich hochkarätig die Riege der Kunstturnerinnen der Lintforter Gymgirls.

Imponiert und angesprochen hat der kreative Umgang mit Lyrik der Klasse 8 d. Das Gedicht „Ich höre Istanbul – meine Augen geschlossen“ des türkischen Dichters Orhan Veli (1915 bis 1950) münzten die Schülerinnen auf Kamp-Lintfort um. Ihr Publikum nahmen die Schülerinnen an markante, lebendige Orte mit, wie zum Kloster Kamp mit seinem Kräutergarten, dem Zechengelände mit Laga. Im Wechsel lasen sie „Ich höre Kamp-Lintfort – meine Augen geschlossen.“

Für den reibungslosen technischen Ablauf sorgte das Technikteam mit Wolfgang Grobenstieg. Die Programmabfolge lag bei Dietlind Frommann-Grün. „Wir haben von allem etwas. Die Abfolge muss stimmen“, so die Musik- und Erdkundelehrerin über den Spannungsbogen des Programms, das erst kurz vor dem eigentlichen Auftritt in die feste Form gegossen wurde.

Premiere hatte an diesem Abend das Veranstaltungsformat „Varieté“ zum Jubiläum des „Freundevereins“ der Schule. Vor zwei Jahren gelang die Wiederholung. Bei der jetzigen Ausgabe legten die 120 Akteure noch ein Schüppchen drauf. Vor allem das Engagement begeistert Frommann-Grün. „Wir erleben eigens entwickelte Sketche.“ Gemeint ist der Dialog „Der Klügere gibt nach“, den die Siebtklässlerinnen Firdevs und Alma zum Besten gaben. Mindestens lateinische Grundkenntnisse brauchte das Publikum beim Kurzfilm „Homines Honoris – Die Ehrenmenschen“ des Latein-Kurses. Deutschsprachige Untertitel waren hilfreich.