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Kamp-Lintfort/Geldern: Ein Geflügelhof mit langer Tradition

Auf dem Wochenmarkt : Ein Geflügelhof mit langer Tradition

Georg Aengenheister verkauft an seinem Marktstand in der Altsiedlung vor allem Eier und Geflügel. 2018 übernahm er vom Vater den Hof.

„Ach, du liebe Zeit! Nein, das weiß ich gar nicht so genau, wie lange unser Hof schon in Familienbesitz ist. Auf jeden Fall schon ganz viele Generationen.“ Der 47-jährige gelernte Tierwirt Georg Aengenheister hat den traditionsreichen Hof seiner Familie in Geldern zwar offiziell erst 2018 von seinem Vater Hugo Aengenheister übernommen, ist aber schon seit mehr als 20 Jahren mit den dort produzierten Eiern auf niederrheinischen Wochenmärkten vertreten.

Zuerst mit nur einem Wagen, dann kamen peu à peu drei weitere dazu. Darüber hinaus fährt er – wie auch sein Vater früher schon – nach wie vor an einigen Wochentagen mehr oder weniger weit rund um Geldern mit einem Eierwagen von Haus zu Haus. „Mein Vater hat damals 1980 die Weichen zugunsten der Gegflügelhaltung gestellt. Davor war es ein „ganz normaler Vieh- und Getreidehof“, erklärte Georg Aengenheister. „Eier und Geflügel wurden dort jedoch schon immer verkauft.“

Inzwischen ist der Hof ausschließlich auf die Haltung von Hühnern und Gänsen in Boden- und Freilandhaltung spezialisiert. Dabei spielt neben dem Marktgeschäft auch der Hofladen, für den seine Frau Sandra und seine Mutter Josephine verantwortlich sind, eine wichtige Rolle. Hier werden an sechs Tagen die Wochen außer Eier und Geflügel auch Äpfel, Kartoffeln, Zwiebeln, allerlei Eingemachtes, Eierlikör und in der Jagdsaison Wildfleischprodukte vor allem von Wildscheinen, Hasen und Rothirschen verkauft. Letzteres gibt es in dieser Zeit auch an den Aengenheister’schen Marktwagen.

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„Die beste Saison für Eier ist natürlich die Zeit um Ostern. Im Herbst verkaufen wir unsere Freiland-Gänse, aber eigentlich läuft das Geschäft sowohl in unserem Bauernladen als auch an unseren Marktständen das ganze Jahr über gut“, weiß Georg Aengenheister zu berichten. „Das alles geht jedoch nur, weil wir in der glücklichen Lage sind, dass die ganze Familie mit anpackt. Sogar mein 15-jähriger Sohn. Er hat schon jetzt Interesse, den Betrieb später einmal zu übernehmen. Das wird aber noch ein Weilchen dauern. Ich habe den Hof ja selber erst gerade übernommen.“ Dazu nickte seine Frau Sandra zustimmend.

Sie ist nicht nur zweifache Mutter, sondern managed zu dem Hofladen noch die Büroarbeiten. „Und den Haushalt“ Außerdem springt sie ein, wenn an einem der Marktstände mal eine der Verkäuferinnen krank wird. „Das passiert zum Glück nicht oft“, erzählt sie und zeigt dabei auf die beiden Mitarbeiterinnen, des Kamp-Lintforter Standes an der Kattenstraße: „Elke Schlicht und Birgit Brink sind schon ganz lange bei uns, und gehören fast schon zur Familie.“ „Ja, das stimmt“, bestätigte eine der beiden. „Die Kunden kennen uns. Es kommt sogar vor, dass man uns hin und wieder eine Tafel Schokolade mitbringt.“ Das, die netten Kunden und das kollegiale Miteinander mit den anderen Kamp-Lintforter Marktbetreibern sind für Aengenheister ein Grund dafür, warum er das Marktgeschäft so sehr mag. Auch wenn die Wagen dazu in der Woche oft schon um vier Uhr morgens beladen und am Nachmittag nach dem Ausräumen auch noch gründlich geputzt und desinfiziert werden müssen.