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Kamp-Lintfort: Fördergemeinschaft unterzeichnet Vertrag für den Schirrhof

Fördergemeinschaft Kamp-Lintfort : Neuer Vertrag für Lintforter Bergbaufreunde

Die Fördergemeinschaft hat jetzt ihr Zuhause im alten Schirrhof der Zeche Friedrich Heinrich.

33 Jahre war das Knappenheim in der Kamp-Lintforter Schulstraße für die Mitglieder der „Fördergemeinschaft für Bergmannstradition linker Niederrhein“ gleichermaßen Treffpunkt, Bücherei, Fotoarchiv und Ausstellungsort gewesen. Jetzt hat der Verein ein neues Zuhause im Schirrhof an der Friedrich-Heinrich-Allee 79 gefunden. Bürgermeister Christoph Landscheidt, und der langjährige Vorsitzende der Fördergemeinschaft, Norbert Ballhaus, den Mietvertrag für das neue Vereinsheim. „Knapp anderthalb Jahre hat der Umzug gebraucht“, erklärte Ballhaus. „Aber ich denke, wir haben hier jetzt einen zukunftsträchtigen Standort gefunden.“

Dabei mussten die inzwischen 620 Kamp-Lintforter Bergbaufreunde ihr bisheriges gut 700 Quadratmeter großes Zuhause an der Schulstraße auf jetzt nur noch 300 Quadratmeter verkleinern und konnten deswegen nur einen Teil ihres großen Schatzes an Büchern, Fotos und Ausstellungsexponaten mitnehmen. Die wurden in dem neuen Heim jedoch mit liebevoller Nostalgie weiterhin ausgestellt. So empfängt den Besucher an einer Seite des schmalen Eingangsflurs eine Reihe von Glasvitrinen mit alten Grubenlampen und anderen historischen Bergbau-Utensilien, auf der anderen hängen schwarzweiße Fototafeln mit Motiven aus dem einstigen Arbeitsleben der Bergleute am Niederrhein.

Von den insgesamt sieben Räumen, in denen jeder Arbeitskreis des Vereins und sogar eine neu gegründete Jugendgruppe ihren Aufgaben als Wahrer der einstigen Bergmannskultur nachgehen können, ist der Aufenthaltsraum der größte. Dort erinnert in einer Ecke eine weiße, gut ein Meter große Skulptur der Heiligen Barbara daran, wie sehr die Bergleute in ihren dunklen Stollen noch bis weit in unser jetziges Jahrhundert hinein auf ihren Schutz vertraut haben.

Was den Vereinsmitgliedern an dem neuen Standort jedoch besonders gut gefällt, ist, dass sich ihr neues Zuhause in einem echten historischen Zechengebäude und gleich nebenan der in den 70er Jahren von den Auszubildenden der Zeche Friedrich Heinrich erbaute Ausbildungsstollen befindet. Letzterer war während der Landesgartenschau mit mehr als 6200 Besuchern ein echter Publikumsmagnet gewesen und soll es auch zukünftig bleiben.

Abhängig von den hoffentlich bald gelockerten Corona-Schutzmaßnahmen wollen die linksniederrheinischen Bergbaufreunde dort demnächst an jedem Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr fachkundige Führungen anbieten. Außerdem stehen sie weiterhin in dem in der Kamp-Lintforter Altsiedlung, in der Ebertstraße 88 befindlichen Museum „Haus des Bergmanns“ für interessierte Besucher zur Verfügung. Darüber hinaus werden sie im nächsten Jahr auch Führungen auf den Förderturm der ehemaligen Friedrich-Heinrich-Zeche durchführen.

Die Zeiten für alle drei Führungen werden demnächst auf der gerade neu überarbeiteten Web-Site des Vereins veröffentlicht.

(lang)