Kamp-Lintfort feiert den Deutschen Tafel-Tag

Kamp-Lintfort: Trödel und Infos am Tag der Tafel

Beim bundesweiten Tafel-Tag informierte die Kamp-Lintforter Lebensmittelausgabe über ihre Arbeit zugunsten bedürftiger Menschen. Insgesamt 430 Menschen in Stadt besitzen einen Tafel-Ausweis.

Seit inzwischen 15 Jahren hilft die „Kamp-Lintforter Tafel“ jetzt schon bedürftigen Menschen mit regelmäßigen Lebensmittel- und anderen Haushaltsspenden. Am Samstag, dem bundesweiten Tafeltag öffnete sie wieder einmal ihre Türen, um interessierte Bürger auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. Insgesamt 430 Menschen in Kamp-Lintfort besitzen einen Tafel-Ausweis. Das heißt, dass sie und ihre Familien ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze beziehen und oft am Ende des Monats nicht mehr genug Geld übrig haben, um sich Lebensmittel kaufen zu können.

„Und die Anzahl nimmt zu“, weiß Elke Stüning von der Grafschafter Diakonie, dem Träger der örtlichen Hilfsstelle. Sie und 34 weitere, ausschließlich ehrenamtlich tätige Helfer sorgen dafür, dass diesen Menschen geholfen wird, indem sie ansonsten zum Wegwerfen bestimmte, aber noch essbare Lebensmittel bei Groß- und Einzelhändlern, Bäckereien und landwirtschaftlichen Betrieben einsammeln, sortieren und zweimal die Woche an ihre „Kunden“ verteilen. Zu verdanken haben sie diese Hilfe dem Engagement des inzwischen verstorbenen Kamp-Lintforters Helmut Köhler, der 2003 die Tafel gegründet hatte. Damals war es erst die 25. in ganz Nordrhein-Westfalen. Heute gibt es im ganzen Bundesgebiet insgesamt rund eintausend von ihnen. Viele davon arbeiten im Stillen. Das änderte sich jedoch vor einigen Monaten schlagartig, als die Essener Tafel erklärte, wegen der dramatisch ansteigenden Nachfrage Asylsuchender, zunächst deutsche Hilfsbedürftige zu bevorzugen. „Ein Thema, mit dem wir hier bei uns glücklicherweise bisher kein Problem hatten“, erklärte Elke Stüning. „Wir hatten bisher immer genug Spenden für alle. Und wenn es mal ein paar weniger waren, konnten wir die Defizite meist mit verschiedenen, länger haltbaren Sachen wie Nudeln und Konserven aus unserem dafür eingerichteten Lager ausgleichen. „Natürlich gibt es auch immer wieder Leute mit maßlosen Ansprüchen“, erklärte sie weiter. „Aber damit konnten unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bisher gut fertig werden. Außerdem existiert unter unseren Besuchern so etwas wie eine soziale Kontrolle. Wir sind kein Selbstbedienungsladen.“

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Viel schwieriger für sie ist, dass es immer wieder vermeintliche Spender gibt, die die Tafel „für eine Art kostenlose Entsorgung meinen missbrauchen zu können“. „Das versuchen wir dann gleich im Vorfeld schon deutlich zu klären.“ Mit den gut 30 Unternehmen, die derzeit für die Kamp-Lintforter Tafel spendieren, gibt es in dieser Hinsicht jedoch keine Probleme, wie Elke Stüning bestätigte. Dennoch sind nicht immer alle Spenden zu gebrauchen. So können zum Beispiel am Freitagnachmittag abgeholte Erdbeeren, trotz sorgfältiger Kühlung im einrichtungseigenen Kühlhaus, oft nicht bis zum nächsten Ausgabetermin frisch gehalten werden. „Bis vor kurzem ging das noch. Da hatten wir drei Ausgabetermine pro Woche. Jetzt sind es wegen fehlender Mitarbeiter nur noch zwei“, erklärte Elke Stüning. „Das ist ein echtes Dilemma. Wir haben ja nicht nur den kurzfristigen Anspruch, einkommensschwache Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, sondern möchten darüber hinaus auch längerfristig zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ernährungsressourcen anregen.“

Das Kamp-Lintforter Tafel-Team wünscht sich daher noch ein paar mehr einsatzfreudige Kollegen und Kolleginnen. Interessierte Kamp-Lintforter können sich unter 02842 912300 bei Josephine Runge im Rathaus melden.

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