1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort: Essen und Feiern in der Industriekulisse

Gastronomie in Kamp-Lintfort : Essen und Feiern in der Industriekulisse

David Bineschpayouh eröffnet im ehemaligen Lüftergebäude des Bergwerks West eine neue Event-Location mit eigener Gastronomie. Ein erster kulinarischer Themenabend im „Lufre“ ist für den 12. November terminiert.

Dieser Raum atmet auf rund 400 Quadratmetern immer noch Bergbaugeschichte: Hohe Wände, inzwischen weiß getüncht, lassen das Gebäude im Innern wie eine kleine Kathedrale der Industriekultur wirken, wallende Vorhänge und moderne Kronleuchter weisen genauso wie die schweren Holztische auf die neue Nutzung des historischen Gebäudes hin. „Es ist ein sehr schönes Objekt“, sagt David Bineschpayouh begeistert und freut sich, dass die Sanierung des denkmalgeschützten Bergbaugebäudes im Zechenpark innen wie außen bald abgeschlossen sein wird.

„Wir sind so gut wie fertig und müssen uns nur noch um Kleinigkeiten kümmern“, erklärt der 28-jährige Düsseldorfer. Er hat das ehemalige Lüftergebäude des 2012 stillgelegten Bergwerks West gepachtet und wird es mit seinem Team als Event-Location „Lufre“ betreiben. Der Name setzt sich aus den Wörtern Lüftergebäude und Restaurant zusammen. Der Termin für den ersten gastronomischen Themenabend steht fest: Am Freitag, 12. November, veranstaltet der Betreiber ein Gänse-Essen. Viele weitere Themenabende sollen folgen.

  • Sabine Weiß (CDU)
    Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Kamp-Lintfort wissen müssen
  • Simon Lisken, Stadtverbandsvorsitzender der CDU in
    Bundestagswahl in Kamp-Lintfort : „Die CDU muss in die Opposition gehen“
  • Norbert Ballhaus, Michelle Zupancic, Rüdiger Eichholtz
    Bergbautradition in Kamp-Lintfort : Wie Kumpel lebten, lernten und arbeiteten 

David Bineschpayouh hat das Lüftergebäude bereits während der Landesgartenschau geführt. „Wir haben sehr großen Zuspruch erfahren und schon damals viele Anfragen für Hochzeitsfeiern und andere Veranstaltungen erhalten“, erzählt der 28-Jährige. Da stand bald die Überlegung im Raum, dauerhaft am Standort zu bleiben und dem alten Industriegebäude eine neue Nutzung zu geben. Geplant ist, das „Lufre“ als Location für Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern, für Jubiläen, für Firmenfeiern und andere Veranstaltungen samt Catering und Bewirtung zu vermieten. Für das Rundumpaket sorgen Bineschpayouh, sein Küchenchef Alex Schweizer und das Mitarbeiterteam.

„Wir haben Spaß daran und glauben an das Projekt“, sagt der Betreiber. Brunch am Sonntag und wöchentlich wechselnde Themenabende gehören ebenso zum Plan. „Wir haben hier einen Grill mit Echt-Feuer. Er könnte im Mittelpunkt eines Themenabends stehen“, sagt er. Ein Tagesgeschäft möchte der 28-Jährige im „Lufre“ zumindest vorerst nicht etablieren. „Die Hochzeit-Saison ist von April bis Oktober. Das Restaurant wäre ja bei Hochzeitsfeiern an diesen Tagen für andere Gäste geschlossen“, erklärt der gelernte Koch, der seit zwölf Jahren in der Gastronomie vor allem im Fine-Dining-Bereich tätig ist.

Da wartet er lieber erst einmal ab, wie sich das Geschäft entwickelt und das Publikum auf das neue Angebot für Kamp-Lintfort und für die Umgebung reagiert. Bis sich am 12. November die Türen zum „Lufre“ erstmals öffnen, musste das Haus jedoch zunächst vom Boden bis zum Dach saniert werden. Das Lüftergebäude, das im Jahr 1911 erbaut wurde, diente lange Zeit der Bewetterung, also Belüftung der Zeche. Im Rahmen der Sanierung bekam das alte Bergbau-Gebäude ein neues Dach, neue Träger wurden eingebaut. „Es war undicht. Während der Laga hatte es sogar rein geregnet“, erzählt der Hausherr. Der Betonboden erhielt außerdem einen neuen Guss, eine Fußbodenheizung wurde eingebaut. In den nächsten Tagen sollen die Fliesen gelegt werden.

Die Fenster wurden in Absprache mit dem Denkmalschutz im selben Stil erneuert. Die Fensterfront vis à vis zum Zechenturm ist komplett neu. Hinter einer schwarzen Kassettenwand sind die Toiletten und ein Technikraum eingerichtet. „Strom, Wasser, Wärme. Es wurde alles neu verlegt“, berichtet Bineschpayouh. Er ließ sich vom Aufwand nicht beirren. „Bauleiter und Handwerker haben mir immer ein gutes Gefühl gegeben. Darauf habe ich vertraut.“ Die Holztische, jeweils drei Meter lang, wurden eigens für das „Lufre“ neu angefertigt. „Ein Tisch wiegt 250 Kilo“, betont der Betreiber. Schalensessel sorgen für ein modernes Flair. Die Küche ist zurzeit in zwei Containern untergebracht. Das soll aber nicht von Dauer sein. Der Küchenanbau ist für 2022 geplant.

Was das Team gastronomisch drauf hat, beweist es seit dem Frühjahr immer donnerstags bis sonntags mit Soul-Food aus dem Foodtruck, der vor dem „Lufre“ steht. „Wir setzen unsere ganze Leidenschaft in dieses Projekt, unser Herzblut“, betont Bineschpayouh, der in Kamp-Lintfort zur Schule ging und sich über die positive Entwicklung der Stadt freut. Die Kamp-Lintforter begleiten mit ebenso großem Interesse das Projekt des jungen Gastronoms. „Wir werden mehrmals täglich gefragt, wann wir endlich öffnen“, berichtet Bineschpayouh.