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Kamp-Lintfort: Eine literarisch-fotografische Kooperation

Kultur in Kamp-Lintfort : Eine literarisch-fotografische Kooperation

Die Gruppe „Fotokunst“ Niederrhein“ arbeitete zum Roman „Meerestiere“ der Autorin Iris Antonia Kogler. Die Ausstellung ist bis zum 23. Oktober in der Mediathek in Kamp-Lintfort zu sehen.

Bücher sind Kino im Kopf. Sie können aber auch eine wunderbare Anregung für Fotografen sein. Das Buch „Meerestiere“ der Düsseldorfer Autorin Iris Antonia Kogler ist so ein Beispiel.

Seit Mittwoch zeigen zehn Mitglieder der „Fotogruppe Niederrhein“ in der Mediathek insgesamt 20 Fotografien zu Antonia Koglers 2019 erschienenen Roman um fünf mehr oder weniger unfreiwillig in einem Hotel am Meer gestrandete Personen, die alle in ihrem Leben noch etwas Wichtiges zu erledigen haben. „Man sagt mir immer wieder, meine Bücher zu lesen sei, als würde man sich einen Film ansehen. Das und der Kontakt mit einer Fotografin haben mich auf die Idee gebracht, meinen neuen Roman an eine Fotografengruppe zu geben und ihn mit ihren bildlichen Mitteln interpretieren zu lassen“, berichtete die 34-jährige Autorin bei der Lesung zur Ausstellung.

Die Lesung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Feierabend“ statt, bei der die Mediathek und der Verein „LesART“ seit 2018 zu Lesungen in Verbindung mit einem geselligen Imbiss einlädt. „Die Verbindung von Lesung und Kunst ist in diesem Fall etwas Besonderes. Das haben wir nur selten“, begrüßte Mediatheksleiterin Yvonne Frericks die weitgehend aus den beteiligten Fotografen bestehende Besucherschar, darunter auch den für die Kontaktaufnahme und Organisation der literarische-fotografischen Zusammenarbeit verantwortlichen Fotokünstler Thomas Dörbrandt.

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„Frau Kogler hat eine wirklich sehr bildliche Sprache“, bestätigte er. „Da ist uns die fotografische Umsetzung nicht nur sehr leicht gefallen, sondern hat auch viel Spaß gemacht.“ Die 20 Fotos zeigen die gesamte künstlerische Bandbreite der zehn beteiligten Fotografen, was auch darauf zurück zu führen ist, dass Antonia Kogler bewusst vorab keinerlei besondere inhaltliche und gestalterische Anforderungen gestellt hatte.

Die einzigen Vorgaben waren, dass jeder ihren Roman gelesen haben sollte, und ein für alle verbindliches 30 mal 45 Zentimeter großes Bildmaß. So wurden einige Handlungsszenen wie die Begegnung des Buchhelden Jakob mit seinem als sprechenden Fisch wiedergeborenen Vaters und die Vorstellung der langjährigen Ehefrau Sonja, an einem Bahngleis zu stehen und schon vor Jahren die Abfahrt des dortigen Zuges verpasst zu haben, fast eins zu eins bildlich umgesetzt. Andere Fotos zeigen dagegen als Wiedergabe der in dem Roman beschriebenen Gefühle stimmungsvolle Aufnahmen von Wolkenformationen oder den Schatten eines Kleeblatts auf einer Buchseite. Um dennoch eine eindeutige Verbindung zu den Ereignissen des Romans herzustellen, ist jedes Foto jeweils mit den entsprechenden Textstellen versehen.

Die Gruppe „Fotokunst Niederrhein“ ist eine lockere Vereinigung von zurzeit 16 Hobby-Fotografinnen und Fotografen, die sich vor neun Jahren in einem Kurs der Moerser VHS zusammen gefunden und seither in mehr oder weniger großen Teilgruppen verschiedene fotografische Themen bearbeitet haben. Die Ausstellung ist bis zum 23. Oktober in der Mediathek, Freiherr-vom-Stein-Straße 26 zu den dort üblichen Öffnungszeiten zu sehen.