Kamp-Lintfort: Ein letztes Mal auf Kamp: Erzähltes Licht

Kunst in Kamp-Lintfort : Ein letztes Mal auf Kamp: Erzähltes Licht

Malerin und Goldschmiedin Anne Schary hat Fotografin Bettina Engel-Albustin zur gemeinsamen Ausstellung ins Atelier am Abteiplatz 22 eingeladen. Es ist Scharys letzte Ausstellung auf dem Abteiberg: 2020 zieht sie nach Rheurdt.

Künstlerin Anne Schary bleibt ihrem Thema im siebten Jahr treu: „Erzähltes Licht“ heißt auch ihre letzte Ausstellung im Atelier am Abteiplatz 22. Als kongeniale Ausstellungspartnerin hat sie die Moerser Fotografin Bettina Engel-Albustin gewonnen, die Fotografien aus ihrer Werkreihe „Unkonkret“ zeigt. Wenn die Ausstellung am 20. Dezember endet, schließt das Atelier dort seine Türen. Anne Schary verlässt den Kamper Berg und zieht an die Rathausstraße 25 in Rheurdt. Dort wird die Malerin und Goldschmiedin Anfang April 2020 ein neues Atelier eröffnen. „Das ist zwar schade, aber richtig so“, sagt Schary. Das Haus am Abteiplatz werde umgebaut und saniert. Fassade und Dach müssten erneuert werden, sagt sie. „Und der anfallende Staub verträgt sich nicht mit meinen Arbeiten.“ Anne Schary verlässt den Abteiberg aber nicht im Zorn: „Ich habe von Anfang an gewusst, dass die Sanierung des Gebäudes auf mich zukommen wird“, erklärt sie im Gespräch mit der RP.

In Rheurdt hat sie im Sommer die passenden Atelierräume gefunden: „Es handelt sich um das Ladenlokal der ehemaligen Metzgerei Kieser“, erzählt Schary und freut sich auf den Neuanfang in der Nachbargemeinde. „Das Ladenlokal stand lange leer und wird von Grund auf saniert. Meine Vermieterin ist von dem Projekt genauso begeistert wie ich.“ Schary verspricht sich viel vom neuen Standort. Gleich in der Nähe liegt die Biobäckerei Schomaker, die nicht nur Brote verkauft, sondern regelmäßig kleine Kulturveranstaltungen ausrichtet. „Vielleicht gelingt es uns, an der Rathausstraße einen kleinen kulturellen Standort zu etablieren“, sagt die Malerin. „Ich werde in Rheurdt auf jeden Fall sichtbarer sein als am Abteiplatz. Das Ladenlokal hat ein großes Fenster zu Straße hinaus“, schwärmt sie von den neuen Räumen.

In der Abschiedsausstellung auf dem Kamper Berg rückt Anne Schary die Fotokunst von Bettina Engel-Albustin in den Fokus. Die Fotografin aus Moers hatte zuletzt mit ihrem Projekt „Dein Gesichts gegen Rechts“ im Kreis Wesel für Aufmerksamkeit gesorgt. „Das war ja eine sehr konkrete Arbeit. Deshalb habe ich danach neue und andere Anreize gesucht“, erläutert die Fotografin. Gefunden hat sie diese im „Unkonkreten“. Ob im Urlaub oder beruflich unterwegs – Engel-Albustin ließ ihre Kamera durch die Landschaften schweifen. „Ich habe sie sozusagen mitgezogen“, erklärt die Fotografin. So entstanden Fotos, auf denen Landschaften zu verschwimmen scheinen und Farbflächen nach vorne drängen, die wie gemalt wirken. „Es gefällt mir, mit Licht zu malen“, betont sie. Die Fotos machte sie zum Beispiel auf einer Überfahrt auf dem Rhein, am Geleucht auf der Halde Rhein-Preußen, im Hamburger Hafen und an vielen anderen Orten. „Für mich sind sie mit dem Gefühl verbunden, einen wunderbar entspannten Tag erlebt zu haben.“ Was ihr gefällt: Trotz der Unschärfe sind die meisten Bilder doch noch zu verorten. Das Staunen über die Schönheit des Lebens, sagt Anne Schary, sei das verbindende Element zwischen den Fotografien von Bettina Engel-Albustin und ihren eigenen Arbeiten. Die Ausstellung vermittele eine spannende Korrespondenz zwischen den Bildern.

Zu der Werkreihe von Bettina Engel-Albustin ist ein Kalender in limitierter Auflage entstanden.