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Kamp-Lintfort: Ein Bienenstock im Garten von St. Paulus.

Platz für Bienen in Kamp-Lintfort : Ein Bienenstock im Garten von St. Paulus

Die Ambulante Tagespflege St. Paulus in Kamp-Lintfort startet ein Pilotprojekt für die Region. Das Thema Honigbiene soll die Gäste der Tagespflege über das Jahr begleiten. Ein Bienenstock ist bereits vor Ort.

Um rund 20.000 ehrenamtliche Helfer reicher ist die Tagespflege St. Paulus in Kamp-Lintfort. Das Bienenvolk zog mit ihrer Jungkönigin in den Garten der Einrichtung ein und fühlte sich schon bald heimisch. „Wenn Ruhe in den Bienenstock einkehrt, dann ist der Anfang gemacht. Die ersten Bienen starten zum ersten Erkundungsflug“, so die Beobachtungen vom linksrheinischen Bienensachverständigen im Kreis Wesel, Heinz Musal. Er ist zugleich Vorsitzender des Moerser Imkervereins.

Entwickelt hat die Idee, Bienenstöcke im öffentlichen Raum aufzustellen, der Jungimker Jayson Esposito-Mazerolle (40). „Wir haben bereits im vergangenen Jahr angefangen, Betriebe und Unternehmen anzusprechen, sich an einem Bienenprojekt zu beteiligen.“ Kindergärten und Schulen stellte er das Projekt vor, erläuterte, welche Rolle die Bienen als Blütenbestäuber im Ökosystem, beim Naturschutz und für die Nachhaltigkeit spielen.

Zu Projekttagen lud er beispielsweise Kindergartengruppen und Schulklassen an seinen Bienenstandort in die Dong ein. „Für viele ist das Thema Neuland. Aber je früher wir das Wissen um die Bienen weitergeben, desto mehr Bereitschaft können wir für bienenfreundliche Aktionen erwecken“, sagte Esposito-Mazerolle über den pädagogischen Aspekt.

Angesprochen werden ebenfalls Faktoren, die Honig- und Wildbienen in ihrem Bestand bedrohen. Im Gespräch ist beispielsweise der Moerser Freizeitpark als Standort für einen Lehrbienenstand. „Mit unserem Bienenprojekt sprechen wir alle Generationen an“, so der Bienenfreund. Über einen Zeitungsartikel unserer Redaktion nahm Petra Steigerwald, Pflegedienstleiterin im St. Paulus, Kontakt zu Jayson auf. Gemeinsam wurde das Umfeld erkundet. Im Garten der Tagespflege stehen bienenfreundliche Blumen und Gehölze. Die fleißigen Insekten haben in der Saison ab März genug zu tun.

„Für unsere Tagesgäste bieten wir ein spannendes Thema. Sie erleben die Bienen in Aktion. Wir knüpfen an alltägliche Geschichten und Erlebnisse an“, sagt Petra Steigerwald. Über einen Rundweg können die Tagesgäste in Begleitung und aus entsprechender Entfernung das Treiben am Bienenstock beobachten. Begeistert ist auch Fachbereichsleiter Thomas Kegler. „Eine klasse Idee für unsere Einrichtung. Das hat beinahe Eventcharakter“, so Kegler. Im aktuellen Jahr waren die fleißigen Bienen gut auf den Flügeln unterwegs. Die Honigernte fiel entsprechend positiv aus.

„Im nächsten Jahr werden wir den Besuchern der Tagespflege aus dem Bienenstock Honiggläser überreichen. Schließlich haben sie großen Anteil an diesem Projekt“, berichtete Jayson Esposito-Mazerolle über ein weiteres Element des Bienenprojektes, das er in seinem Imkerbetrieb „GrizzlyBee“ angesiedelt hat. Jayson übernimmt die regelmäßige und professionelle Kontrolle der Bienen an ihrem neuen Standort, kümmert sich, macht der Varroa-Milbe, dem gefährlichsten Feind der Bienen, den Garaus.