1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort: Ein Besuch bei den Schirrhofkünstlern

Kunst in Kamp-Lintfort : Ein Besuch bei den Schirrhofkünstlern

Drei Kunstschaffende haben am Wochenende in ihre Ateliers eingeladen. Die Malerinnen Andrea Much, Edelgard Wittkowski und Bildhauer Jörg Winke freuten sich über die Wissbegierigen und ihre Fragen.

Gleich drei Ateliers öffneten im Schirrhof. Zu entdecken gab es genug, denn die Kunstschaffenden Jörg Winke, Andrea Much und Edelgard Wittkowski standen Rede und Antwort zu ihren Arbeitsweisen und den Ansichten zur Kunst. „Wir Schirrhofkünstler freuen uns über das Interesse an unseren Arbeiten“, sagt Bildhauer Jörg Winke. Zum wiederholten Mal präsentierten sie Arbeiten aus ihren Ateliers. Die Resonanz war gut, weil neben der Kunst mancher Besucher die Möglichkeit nutzte, sich das Innere des Schirrhofes anzusehen. „Besucher erzählen mir dann, dass sie früher auf der Zeche gearbeitet haben. So ergeben sich schnell Gespräche, die dann zur Kunst führen“, so Jörg Winke.

Er hat beispielsweise eine Skulptur in Vorbereitung, die das Grubenpferd Erich samt Karren zeigt. Die dazu gehörenden verschiedene Skizzen dokumentieren das Prozesshafte. „Das Pferd hat mindestens 13 Jahre hier gearbeitet“, ergänzt er. Schnell richtet sich dann das Besucherinteresse auf die begleitenden Arbeiten. In ihnen steckt viel Handwerk, bis der Entwurf für den Bronzeguss nach Gescher gebracht wird. „Über die aufwändigen Arbeiten staunen die Besucher oft und fragen nach Arbeitsschritten“, so Winke. Einen Raum weiter hat sich Kunsttherapeutin und Malerin Andrea Much mit ihrem Atelier eingerichtet. Ein Ort, an den sie im Sommer Kinder und Jugendliche zu Veranstaltungen im Rahmen vom NRW-Kulturrucksack einlud.

  • Künstlerin Heike Wirts in ihrem Atelier,
    Ausstellung in Kamp-Lintfort : Jede Menge Kunst zum ersten Advent
  • Bei der Vernissage präsentierte die Galerie
    Ausstellung in Krefeld : Die Schönheit im Werk von Clemens Pasch
  • Die Firma Mo.Event sorgt für die
    Advent in Kamp-Lintfort : Der Weihnachtsmarkt startet Donnerstag

Diesmal sind es die Erwachsenen, mit denen sie sich über Flächengestaltung, Techniken und Bildkompositionen austauscht, von Farben und Schichten schwärmt. „Der Gegensatz macht das Ganze so spannend“, sagt Andrea Much. Die Veranstaltung ‚Offene Ateliers‘ begrüßt sie, „weil wir so den Zugang zur Kunst ermöglichen und zeigen können, welche Themen uns beschäftigen und woran wir gerade arbeiten“, so die Künstlerin. Leichtigkeit ist beispielsweise ihr Jahresthema, das sie auf verschiedene Weise umsetzt. Sie platziert zugleich eine Botschaft. „Wir dürfen unsere Leichtigkeit gerade jetzt nicht verlieren. Das Thema passt in unsere Zeit, die gerade ein bisschen schwierig ist. Nach Leichtigkeit sehnen wir uns alle.“

Eines ihrer nächsten Projekte plant sie zu Jahresbeginn mit der Ernst-Reuter-Schule. An der Grundschule erarbeitet sie mit Schülerinnen und Schülern ein Buch, das mit Geschichten und Bildern gefüllt und später gebunden werden soll. Von den paradiesischen Arbeitsbedingungen im Schirrhof und dem gut funktionierenden Netzwerk sind die Kunstschaffenden begeistert.

So auch Edelgard Wittkowski. Ihre großformatigen Bilder, die sie in ihren Atelierräumen zeigt, faszinieren. „Nur die Farbe zählt“, meint sie zu ihren Bildern. Der Besuch der Ateliers stand unter konsequenter 2G-Regelung. „Wir hatten kontinuierlich und auf Abstand Gäste. Der Durchlass war geschmeidig“, so Edelgard Wittkowski, die sich jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr über Besuch in ihrem Atelier freut.