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Kamp-Lintfort: Die Verursacher wilder Müllkippen sind nicht zu ermitteln

Abfallbericht in Kamp-Lintfort : Die Verursacher wilder Müllkippen sind nicht zu ermitteln

Die überwiegende Anzahl der wilden Abfallablagerungen stammt laut Stadtverwaltung aus kleingewerblichen Tätigkeiten sowie umfangreichen Renovierungsarbeiten. Die SPD schlägt die Einführung eines Abfallpatenschaftssystems vor.

Wilde Müllkippen bleiben auch in Kamp-Lintfort weiter ein Problem. Das geht aus dem Abfallbericht vor, den die Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses Abfall, Straßen und Kanäle (ASK) am Donnerstag vorlegt hatte. Die überwiegende Anzahl der wilden Abfallablagerungen stammten „klar erkennbar“ aus kleingewerblichen Tätigkeiten sowie umfangreichen Renovierungsarbeiten, teilt die Stadtverwaltung darin mit.

Dies sei insbesondere in den vergangenen zwei Jahren deutlich geworden. Es handele sich vielfach um Müll, den Auswärtige in Kamp-Lintfort ablagern würden. So würden immer wieder an sehr unübersichtlichen und kaum frequentierten Plätzen ganze Lkw-Ladungen mit Gewerbeabfall wie Altreifen, Bauschutt, aber auch Gefahrstoffe abgekippt. Die Plätze befinden sich an der Rayer Straße, im Niephauser Feld, an Haarbeck- und Norddeutschlandstraße, am Kohlenucker Weg, an der Asdonkstraße sowie auf Parkplätzen in der Leucht und direkt im Forst. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, seien die Verursacher in der Regel nicht zu ermitteln.

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In Abstimmung mit verschiedenen Grundstückseigentümern habe man einige der betroffenen Gebiete mit Pollern und Schranken abgesperrt. „Mittlerweile werden diese Absperrungen immer wieder entfernt oder völlig zerstört, was einen weiteren erheblichen Kostenaufwand nach sich zieht“, heißt es im städtischen Abfallbericht. Das Problem der wilden Müllentsorgung habe sich inzwischen auch auf andere Standorte im innerstädtischen Bereich, insbesondere an Containerstellplätze für Altkleider und Altglas, verlagert. „Der Standort an der Moerser / Ecke Kattenstraße muss nahezu täglich geräumt und gesäubert werden“, teilt die Verwaltung mit. In 2019 und 2020 habe die Stadt allein 55.000 Euro an Sammel- und Transportkosten für die Beseitigung wilder Müllkippen aufgewandt.

Keinen Beschluss fasste das Gremium am Donnerstag zum Antrag, den die Sozialdemokraten kurz vor der Sitzung eingebracht hatten. Sie schlugen vor, in Kamp-Lintfort ein Abfallpatenschaftssystem einzuführen und größere Abfallbehälter in der Stadt aufzustellen. Dabei setzt die SPD auf die Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren (RP berichtete). So sollen den Abfallpaten speziell gekennzeichnete Müllsäcke und Müllzangen kostenlos von der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Die gekennzeichneten Müllsäcke sollen unbürokratisch zum Hausmüll dazugestellt werden können. CDU und Linke meldeten Beratungsbedarf an, weil der Antrag den Fraktionen nur kurzfristig vorgelegen hätte.

Die Abfallbilanz der Stadt zeigt generell auf, dass sich die Gesamtabfallmengen in den Jahren 2019 und 2020 nur unwesentlich verändert hätten. Von 2019 auf 2020 habe man vor allem Steigerungen im Bereich Sperrmüll und Bioabfall verzeichnet. Dies hänge mit der Corona-Krise zusammen. Viele Kamp-Lintforter hätten ihre Wohnungen renoviert, Keller und Garagen aufgeräumt sowie die Gärten in Ordnung gebracht.