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Kamp-Lintfort: Die Sprache der Hunde verstehen lernen

Mensch und Tier in Kamp-Lintfort : Sprache der Hunde verstehen lernen

Auf der Landesgartenschau zeigte die Rettungshundestaffel Niederrhein, wie Frauchen und Herrchen mit ihren Hunden gute Teams bilden.

Als eine Frau mit Krücken an zwölf liegenden Hunden vorbeigeht, bleiben die Tiere ruhig, bewegen nur ein wenig ihre Köpfe. Ganz anders reagieren sie jedoch, wenn sie eine Person finden sollen, von der ihnen ein Kleidungstück vor die Nase gehalten wird. Sie orientieren sich, laufen los und finden die gesuchte Person auf der Sportwiese der Landesgartenschau. Zwischen dem großen Förderturm und dem Kino „Hall of Fame“ zeigten Mitglieder der Rettungshundestaffel Niederrhein am Sonntagnachmittag, welche gute Teams sie mit ihren Hunden bilden.

„Nur als Team können Hunde und Hundebesitzer erfolgreich sein“, sagt Senad Alic. Er ist Vorsitzender der Rettungshundestaffel Niederrhein, Geschäftsführer der Senco Dogs GmbH in Kamp-Lintfort und Hundetrainer. Seit seiner Jugend bildet der 59 Jahre alte Kamp-Lintforter Hunde aus. Er selbst ist Freund von belgischen Schäferhunden der Varietät Malinois, die seltener an Hüftgelenksdysplasie leiden als Deutsche Schäferhunde. Sein Hund Gary ist mit 15 Monaten aus dem Welpenalter heraus, sein Hund Akay steuert mit elf Jahren auf das Seniorenalter zu. „Belgische Schäferhunde sind nervlich labil, umtriebig und pfiffig“, beschreibt der Hundeliebhaber seine beiden Vierbeiner. „Idealerweise beginnt die Ausbildung zum Rettungshund bereits im Welpenalter, kann aber bei konsequentem Training auch im späteren Alter erfolgen. Für die Rettungshundeausbildung ist eine Begleithundeprüfung erforderlich.“ Zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung zu einem Rettungshund. Sie kann um Spezialausbildungen ergänzt werden. Es gibt Ausbildungen zum Sprengstoffspürhund, der für die Bundeswehr oder die Polizei im Einsatz sein kann, zum Mantrailing, also zum Suchen von vermissten Personen in Trümmern oder unwegsamen Gebieten, oder zum Therapiehund. „Die Ausbildung erfolgt individuell auf die charakterlichen und rassespezifischen Eigenarten des Hundes“, sagt Alic. Die Hundeführer, die aus bis zu 100 Kilometer Umkreis anreisen, lernen die Sprache ihrer Vierbeiner kennen, indem sie deren Verhaltensweisen deuten. Sie lernen, die Gefühlslage ihrer Hunde zu bemerken. Die Hunde lernen, ihre körperlichen und mentalen Fähigkeiten anzuwenden. Zwei bis dreimal die Woche sind Frauchen und Herrchen mit ihren besten Vierbeinern auf dem Trainingsgelände, das sich in der Nähe vom einstigen Schacht IV in Hoerstgen befindet. „Bei der Rettungshundearbeit ist Vertrauen und Teamgeist gefragt“, betont der Vorsitzende der Rettungshundestaffel Niederrhein und erläutert: „Ein Hund sollte eine hohe Motivation, einen gesunden Körperbau und eine gute Kondition mitbringen.“

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Als Trainer legt er Wert auf eine spielerische und konsequente Erziehung, die er mit Belohnungen verbindet. Die Leckerlis hat er, wie die Hundebesitzer, in einer kleinen Tasche am Gürtel untergebracht. Beim Training baut er Ruhephasen ein, die auf aktive Phasen folgen lässt. „Ein gute Erziehung muss nicht laut sein, aber immer konsequent“, sagt Alic.