Kamp-Lintfort: Die phantastische Welt der Marina Sailer

Kunst in Kamp-Lintfort : Die phantastische Welt der Marina Sailer

Die Künstlerin lädt in ihre gemalten Räume ein und entführt im Museum Kloster Kamp in phantastische Welten.

Phantastische Welten nennt Malerin Marina Sailer ihre Ausstellung. 13 Exponate sind bis zum 2. Februar in der Schatzkammer, Museum Kloster Kamp, zu sehen. In Weißrussland, in Witebsk, ist die Künstlerin 1970 geboren, wie auch Marc Chagall. Großzügig gehängt wirken die Bilder auf Kamp wie Bühnenbilder. Sie laden den Betrachter in ferne Szenarien, in realistisch dargestellte Welten ein, haben Raumtiefe, „aber auch immer einen Ausgang“, sagt Sailer.

Zu ihren Arbeiten gibt es immer Geschichten, wie sie sagt. Beispielsweise der Blick ins Bolschoi Theater wurde ihr verwehrt, so dass die Außenfassade zu sehen ist. Auf ihr tanzen die Balletttänzerinnen. Das Bild „Die kleine Reiterin“ lenkt den Blick zunächst auf die reiche Ornamentik eines Durchgangs. Erst später entdeckt man das kleine Mädchen auf dem Mops. Anders das großformatige Bild „Savanne“ mit beinahe morbidem Charme. Vier ganz verschiedene Welten bringt sie in einem Bild mit Zebra und Elefant zusammen. In einem kleinen Interview mit Hausherr Peter Hahnen gibt sie ihren Besuchern ihrer Ausstellung Einblicke in ihre Art zu malen.

Fragen wie „Was haben Sie sich dabei gedacht“, empfindet die Künstlerin schwierig zu beantworten. „Jeder Mensch sieht mit seinen Augen und interpretiert in seinem Sinn“, so Marina Sailer. Anders als bei Künstlerkollegen oft üblich, tragen ihre Arbeiten Titel, wie „Das Weltauge“, entstanden in Genua, oder aber „Hotel California“. Aus der Perspektive von unten nach oben führt der Blick über ein imposantes Treppenhaus in den Himmel, Schmetterlinge begleiten den Moment. Sailer weiß um die Reaktion ihrer Gäste. Sie stellt keine alltäglichen Problemlagen dar, arbeitet nicht sozialkritisch. „Kunst muss beim Betrachter Freude machen, damit verbessert sich der Blick auf die Welt“, sagt sie. Ihre Arbeiten wirken beinahe fotorealistisch. Ein ungewohnter Zug, der Galeristen schon mal abgehalten hat, ihre Arbeiten auszustellen.

Gemalt hat sie schon, bevor sie laufen konnte. Treu ist sie ihrem Talent geblieben und machte ihre frühe Passion zum Beruf. Nach dem Besuch der Staatlichen Akademie Moskau wechselte sie nach Deutschland und lebt heute in Düsseldorf.

Infos unter www.kloster-kamp.eu