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Kamp-Lintfort: Die Kartoffelernte wie vor 60 Jahren

Landwirtschaft in Kamp-Lintfort : Die Kartoffelernte wie vor 60 Jahren

Die Aktion der jungen Generation der Familie Hellmanns aus Kengen kam an: Besucher der Landesgartenschau, aber auch Kamp-Lintforter stoppelten ihrer Kartoffeln selbst. Sie erlebten ein Stück Landwirtschaftsgeschichte.

„Kartoffelernte wie vor 60 Jahren“ lautete das Motto am Fuße des Klosters Kamp. Familie Hellmanns aus Kengen lud die Kundschaft direkt auf den Acker zum Selberstoppeln ein, sprich Kartoffeln selber sammeln. Ein Angebot, das gut ankam. Säckeweise ernteten die Selbstversorger das „Gold der Inkas“ direkt vom Feld. „Es waren Familien hier, die ihren Wochenendausflug zu unserem Feld gemacht haben, um gemeinsam zu sammeln. Auch die Besucher der Landesgartenschau haben bei uns Kartoffeln gekauft“, erzählt Theresa Hellmanns (22).

Vorbereitete zwei-Kilo-Tüten konnten direkt vor Ort gekauft werden. Oben drauf gab es von der Familie Rips erntefrische Zwiebeln von der Nachbaranbaufläche. „Die Idee ist gut angekommen“, so das Fazit von Theresa, die zusammen mit ihren Geschwistern Matthias (16), Caroline (18) und Clemens (20), Neffen und Nichten sowie zwei Auszubildenden unter die Kartoffelhändler gegangen war. Regionalität rangiert bei Kunden ganz oben und hat sich in Corona-Zeiten verstärkt. Und die Kartoffel selber geerntet zu haben, zu wissen, woher sie kommt, macht auch später beim Verzehr die besondere Note aus.

„Mit unserer Aktion sind wir sehr zufrieden“, so Theresa. Die Ernte lag in diesem Jahr im guten Mittelfeld „mit Luft nach oben“, so das Fazit der Hellmanns. Vor allem mit der Art des Verkaufs hat die junge Generation Hellmanns hoch punkten können und die Blicke auf sich gezogen. Publikumswirksam und getreu dem Motto der Kartoffelernte kam der alte, aber bewährte Güldner-Trecker mit Fangschale zum Einsatz und zeigte, wie vor Jahrzehnten Kartoffeln ausgemacht wurden, um dann per Hand aufgesammelt zu werden.

„Parallel dazu haben wir unseren modernen Kartoffelroder gefahren, um die technische Weiterentwicklung in der Landwirtschaft zu zeigen“, erklärt Theresa. Die Erfahrungen in der Direktvermarktung mit Kundengespräch sind dabei ein zusätzlicher Gewinn. Gesprächsstoff zur Kartoffel, dem Güldner, zur Landwirtschaft, dem Berufsstand und der allgemeinen Situation gab es zur Genüge, da das Feld günstig am Rad- und Fußweg am Ende des Wandeslweges liegt. Die Idee zu dieser besonderen Ernteaktion hob Vater Wilhelm aus der Taufe. „Er wollte zeigen, wer in Kamp der Landwirt ist, der Lebensmittel wie Kartoffeln anbaut“, so Theresa über die öffentlichkeitswirksame Aktion. Angebaut wurde auf zwei Hektar die frühe, festkochende alte Sorte ‚Prinzess‘ mit sehr guten Lagereigenschaften.

„Wir hatten solche Lust, mit unserer Aktion die Leute anzusprechen“, so Theresa. Familie Hellmanns hat in Kengen bei Rheurdt einen Ferkelerzeuger-Betrieb.