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Kamp-Lintfort: Die Friedhofsgebühr soll deutlich steigen

Politik in Kamp-Lintfort : Die Friedhofsgebühr soll deutlich steigen

Die Friedhofsgebühren decken laut Kämmerer Martin Notthoff schon seit Jahren nicht die städtischen Kosten. Die jährliche Unterdeckung beläuft sich auf mehrere 100.000 Euro. Im Ausschuss Abfall, Straßen und Kanäle (ASK) stellte er am Donnerstag ein neues Konzept zur Diskussion. Das sieht vor allem Gebührenerhöhungen vor.

Martin Notthoff ist klar, dass sein Vorschlag zu emotional geführten Diskussionen führen wird. Wer einen Sterbefall in der Familie hat, möchte sich nicht mit Kosten auseinandersetzen – oft werden sie als zusätzliche Belastung empfunden. Doch Kamp-Lintforts Kämmerer sieht Handlungsbedarf. Denn die aktuellen Friedhofsgebühren decken seit Jahren nicht die tatsächlichen städtischen Kosten und führen zu einer Unterdeckung von jährlich mehreren 100.000 Euro, die im städtischen Haushalt ausgeglichen werden muss. „Eine Problematik, mit der viele Städte und Gemeinden befasst sind. Man tut sich schwer damit, die Gebühren anzupassen. Letztendlich beteiligt sich aber der Steuerzahler an individuellen Bestattungskosten“, erläuterte der Kämmerer vor der Sitzung des zuständigen Betriebsausschusses Abfall, Straßen und Kanäle (ASK).

Eine Erhöhung der Friedhofsgebühren sei unausweichlich. Die Vorstellung seines Konzepts im Ausschuss solle jedoch zunächst nur ein erster Aufschlag für eine intensive Diskussion und Beratung in den politischen Gremien sein. Die Stadtverwaltung will das Thema offenbar behutsam angehen. So legte sie dem Ausschuss am Donnerstag keine Beschlussvorlage wie üblich vor, um Diskussionen im Vorfeld der Sitzung zu vermeiden. Martin Notthoff trug seinen Vorschlag mündlich vor.

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Die letzte Gebührenanpassung sei 2017 vorgenommen worden. „Aber in einem Bereich, der die Unterdeckung nicht auflösen konnte“, sagte er. Die Kämmerei habe es sich derweil nicht leicht gemacht, sondern alle Optionen ausgeleuchtet, um weitere Konsolidierungsmöglichkeiten im Friedhofsbereich zu finden. „Wir haben zum Beispiel geprüft, Flächen stillzulegen und in Wald umzuwandeln“, erläuterte Notthoff. Die Umsetzung gestalte sich jedoch in der Praxis schwierig, weil hier Nutzungsrechte zu beachten seien. „Wir müssten viele Gespräche führen“, erklärte er. Über einen Zeitraum von 15 Jahren sei zudem die Zahl der Gärtner-Stellen von zwölf auf 8,5 reduziert worden. Auch die neue Bestattungskultur, die sich seit einigen Jahren grundlegend verändere, führe nicht zur Entlastung. In 75 Prozent aller Fälle würden heute pflegefreie Bestattungsformen wie Urnengräber und Rasenreihengräber gewählt. Gerade ein Friedhof wie der am Dachsberg bietet jedoch eine hohe Qualität, betonte denn auch Bürgermeister Christoph Landscheidt in einem Pressegespräch vor der Sitzung. Wie Notthoff berichtete, habe man Fachleute befragt und Gutachten eingeholt – unter anderem bei der Kommunalagentur.

Sie empfahl nicht nur besagte Gebührenanpassung, sondern auch die Erhöhung des so genannten öffentlichen Anteils von 15 auf 20 Prozent, der ebenfalls aus Steuermitteln zu bezahlen ist. Martin Notthoff legte Wert auf die Feststellung, dass sich die von der Verwaltung vorgeschlagenen Gebührenerhöhungen im Vergleich zu anderen Kommunen noch im mittleren Bereich befinden würden. „Kamp-Lintfort ist im Vergleich preiswert.“

Das sind seine Vorschläge: Die Bestattung in einem Wahlgrab kostet bislang 1200 Euro. Sie würde auf 2772 Euro steigen. In Moers kostet das Wahlgrab 3224 Euro. Die Kosten für eine Urnenstele belaufen sich zurzeit auf 1000 Euro. Wenn die Politik dem Vorschlag des Kämmerers folgt, würde sie 1767 Euro kosten. Die Kosten für ein Baumgrab würden auf 1247 Euro steigen, bislang sind es 675 Euro. Die Gebühren für ein Urnenreihengrab würden von 450 auf 1039 Euro erhöht.