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Kamp-Lintfort: Die Corona-Krise erreicht die Tierheime

Tierschutz in Kamp-Lintfort : Die Corona-Krise erreicht die Tierheime

Die Teams vom Moerser Tierheim wie der Tierherberge in Kamp-Lintfort setzen auf vorsorgliche Maßnahmen und haben für den Besucherverkehr geschlossen. Ebenfalls werden aktuell keine Tiere vermittelt.

Seit gut 14 Tagen hat das Moerser Tierheim geschlossen. Zunächst nur für Besucher, doch schnell auch für die Gassigänger, Katzenkuschler, Bürohelfer und Vorstandsmitglieder. „Denn unser Hauptaugenmerk muss in diesen Zeiten darauf liegen, die Tierpfleger zu schützen, damit die Versorgung der Tiere gesichert ist. Erkrankt nur ein Mitarbeiter, müssen auch die anderen in Quarantäne“, erklärt Gisela Grossmann. Die Aufnahme von Fundtieren aus Krefeld und Neukirchen-Vluyn wird aber weiter garantiert.

Aktuell leben im Tierheim zehn Hunde, 28 Katzen, drei trächtige Katzen und andere Kleintiere. Für das Tierheim in Moers und die Tierherberge Kamp-Lintfort gilt, der Laden muss laufen. „Wir nehmen weiterhin Fundtiere auf. Unsere Spaziergänger pausieren. Wir versuchen, unseren Tieren durch selbsthergestelltes Spielzeug soviel Abwechslung wie möglich zu geben“, sagt Jessia Hinchado von der Kamp-Lintforter Tierherberge.

In der Vermittlungsarbeit klafft hingegen ein großes Loch. „Wir vermitteln keine Tiere zur Zeit, da unser bewährtes System zur Zeit nicht durchführbar ist“, sagt Grossmann. Bewährt haben sich das intensive persönliche Gespräch und die mehrmaligen Besuche. „Alle unsere Kriterien sind derzeit nicht durchführbar, ohne Interessenten und Mitarbeiter einer Ansteckungsgefahr auszusetzen. Unsere Tierheimtiere sind auf uns angewiesen, und wir sind uns dieser Verantwortung bewusst. Daher sehen wir diese Maßnahmen als unsere Pflicht an“, so Gudrun Grossmann.

Die Stamm-Mannschaft versorgt die Tiere aktuell im Schichtdienst, um eine eventuelle Ansteckung und die Gefahr einer 14-tägigen Quarantäne des gesamten Teams zu minimieren. Auch ein „Plan B“ steht schon. „Die Betreuung ist in jedem Fall gewährleistet“, so Grossmann. Allerdings steht das Tierheim aktuell vor finanziellen Herausforderungen. „Die Tiervermittlung fehlt. Unser Frühlingsfest ist abgesagt. Unser Futtervorrat schmilzt“, beschreibt Grossmann die Lage.

Grund zur Freude gibt es dennoch, beispielsweise, wenn Futterspenden in den Märkten zur Abholung bereit stehen. Corona macht kreativ, so auch die Mannschaft vom Peschkenhof, die zur kontaktlosen Unterstützung ein Spendenmobil aufgestellt hat. Das Mobil steht täglich von 9 bis 16 Uhr vor dem Tierheim. Grossmann: „Zu Corona-Zeiten brauchen wir keine Sachspenden wie Handtücher, Spielzeug oder Boxen. Wohl aber Desinfektionsmittel.“

Tierheim Moers Telefon 02841 21202, www.tierheim-moers.de
Tierherberge Kamp-Lintfort Telefon 02842 9283213, www.tierherberge-kamp-lintfort.de