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Kamp-Lintfort: Der "grüne" Klimakatalog fürs Bauen

Klimaschutz in Kamp-Lintfort : „Grüner“ Klimakatalog fürs Bauen

Photovoltaik, Ladestationen und Fassadenbegründung heißen ihre Klimaziele. Die Grünen beantragen zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die Realisierung eines Sechs-Punkte-Katalogs für mehr Klimaresilienz bei der Entwicklung von neuen Wohngebieten.

Die Hochschulstadt entwickelt sich rasant. An vielen Stellen wird und wurde bereits neu gebaut, weitere Baugebiete wie zum Beispiel im Stadtquartier Friedrich Heinrich sind in der Planung.

Die Grünen sehen die Chance, neue Bauvorhaben jetzt wegweisend zugunsten einer schnelleren Energie- und Verkehrswende, eines nachhaltigeren Wohnens und einer Erhöhung der Klimaresilienz auszurichten. Zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss, der am Dienstag, 30. November, tagt, stellt die Fraktion einen Antrag in Form eines Sechs-Punkte-Plans zur Diskussion, wie künftig in allen neu geplanten Wohngebieten und Stadtquartieren nachhaltig und klimagerecht zu bauen ist. So fordern sie beispielsweise, vor Mehrfamilienhäusern barrierefreie, überdachte und beleuchtete Fahrradabstellplätze zu schaffen. Außerdem müsse ausreichend Platz für Lastenräder und Dreiräder für mobilitätseingeschränkte Radfahrer geschaffen werden. „Damit die Bürger verstärkt Fahrräder und Pedelecs verwenden, braucht es sichere und leicht zu nutzenden Abstell- und Sicherungsmöglichkeiten“, sagt Fraktionschef Johannes Tuschen.

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Auch ausreichende Lademöglichkeiten für Elektroautos würden die Attraktivität neuer Wohngebiete steigern. Ein weiterer Vorschlag, mit dem die Grünen den ökologischen Fußabdruck in Kamp-Lintfort verbessern möchten, betrifft die Nutzung der Solarenergie. „Im gesamten Geltungsbereich eines Bebauungsplans sind die nutzbaren Dachflächen innerhalb der überschaubaren Grundstücksflächen zu mindestens 50 Prozent mit Photovoltaikmodulen auszustatten“, heißt es im Antrag. „Werden auf einem Dach Solarwärmekollektoren installiert, so kann die beanspruchte Fläche auf die zu realisierende Solarmindestfläche angerechnet werden.“

Punkt vier betrifft die Verwendung von alternativen Baustoffen. Bei eigenen Bauvorhaben der Stadt, ihrer Tochtergesellschaften und Beteiligen soll, so die Grünen, eine Mindestquote an alternativen Baustoffen festgesetzt werden. „Solche Mindestquoten an Natur- und Recyclingbaustoffen setzen wichtige Zeichen für ein nachhaltiges Bauen und den Schutz des Niederrheins“, betont Tuschen und spielt auf den Ressourcen- und Landschaftsverbrauch durch die Kies- und Sandindustrie an. „Fassadenbegrünung und bauliche Methoden zur Klimaresilienz sind unter Ausschöpfung der baurechtlichen Möglichkeiten in allen Bebauungsplänen vorzusehen“, stellt Johannes Tuschen die Pläne seiner Fraktion vor und stellt auch eine alte Forderung neu auf: „Alle Vorgärten müssen begrünt werden.“