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Kamp-Lintfort: Das sind die Pläne der Lineg für 2021

Ökologie in Kamp-Lintfort : Das sind die Pläne der Lineg für 2021

Die Aufgaben der Genossenschaft reichen von Konzepten für eine nachhaltige Entwässerung bis hin zu Bauplänen für eine Verbrennung von Klärschlamm in Kamp-Lintfort. Die Beiträge der Genossen steigen 2021 moderat an.

Die Genossenschaftsversammlung der Lineg fand wegen der Corona-Pandemie erstmals online statt. Das sind die Aufgaben, Zahlen und Daten, die Vorstand Karl-Heinz Brandt erläuterte.

Regenwasser Die Niederschläge bleiben in der Region Niederrhein weiter aus. Im Verhältnis zum langjährigen Mittel in Höhe von 753 Millimeter seien 2020 lediglich 703 Millimeter gefallen, berichtet Karl-Heinz Brandt. Dieses habe wieder zu einer angespannten Lage, auch in der Landwirtschaft, in den vergangenen Sommermonaten geführt.

Wasserrahmenrichtlinie Die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie beschäftigt die Lineg seit ihrem Inkrafttreten 2000. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass 2015 die Gewässer einen guten Zustand bzw. ein gutes ökologisches Potential erreicht haben. Diese Ziele wurden nicht erreicht. Die Fristen wurden auf das Jahr 2027 verschoben.

Lineg-Bauplan Das Vorhaben wurde als Perspektivkonzept zur nachhaltigen Entwässerung im südlichen Lineg-Gebiet 2013 aufgestellt und mit den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verknüpft. Ein Ziel ist, die Anzahl der Pumpvorgänge, die jeder Wassertropfen im Lineg-Gebiet erlebt, von vier auf 1,4 zu reduzieren. Als erste Maßnahme sei die Sohlgleite an den Rheinberger Kaskaden abgeschlossen worden. Nun stehe die Sanierung des Rheinberger Altrheins und der Rückbau der Pumpanlage „Alte Landstraße“ in Rheinberg an. Als weitere Maßnahmen sind in diesem Zusammenhang der Rückbau der Pumpanlagen Kamperbruch und Krummensteg in Kamp-Lintfort vorgesehen.

Phosphorrecycling  Ein wichtiges Projekt ist für die Lineg die Phosphor-Rückgewinnung. Aus der Novellierung der Klärschlammverordnung ergebe sich die Notwendigkeit, Phosphor aus Klärschlamm für Kläranlagen zurückzugewinnen. Daher sei das Projekt „AmPhoRe“ ins Leben gerufen worden. Dahinter verbirgt sich ein gefördertes Projekt, das sich mit dem Regionalen Klärschlamm-Aschen-Management für Phosphorrecycling in einem Ballungsraum beschäftigt. Projektpartner der Lineg sind Wasserwirtschaftsverbände sowie Institute der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Das Gesamtprojekt hat laut Lineg förderfähige Ausgaben von 8,4 Millionen Euro mit Förderquoten von rund 83,5 Prozent. An dem Eigenanteil ist die Lineg als Projektpartner mit 9,3 Prozent beteiligt.

Monoverbrennung Die Phosphor-Rückgewinnung soll mithilfe des Parforce-Verfahrens durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um ein nass-chemisches Verfahren zur Herstellung von Phosphorsäure. Der Einsatzstoff ist Klärschlammasche. Um diese zu erhalten und die Entsorgung langfristig sicherzustellen, plant die Lineg gemeinsam mit anderen Verbänden den Bau einer Monoverbrennung von Klärschlämmen auf dem Gelände des AEZ Asdonkshof. Das Projekt befindet sich in der Grundlagenermittlung und Abstimmung.

Abbau von Steinsalz Aktuell wird im nördlichen Bereich des Lineg-Gebietes Steinsalz abgebaut. Dem liegt ein Rahmenbetriebsplan (RBP) aus dem Jahre 1985 zugrunde. Im Oktober 2019 habe man einen Antrag auf Erweiterung dieses Rahmenbetriebsplanes gestellt. Der Beginn der Laufzeit des neuen Planes sei, so die Lineg, abhängig von den noch vorhandenen Salzvorräten aus dem alten Rahmenbetriebsplan. Ein Beginn im Jahr 2040 könne als realistisch angenommen werden. Die daraus zu erwartenden Senkungen wären dann im Jahr 2200 abgeschlossen.Die sich daraus ableitenden grundwasserregulierenden Maßnahmen seitens der Lineg würden derzeit erarbeitet und der sich hieraus ergebende Rückstellungsbedarf festgelegt.

Wissensmanagement  Die Lineg muss sich, so Vorstand Karl-Heinz Brandt, immer wieder neu aufstellen, um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden. Es wurden fünf Handlungsfelder definiert, in denen Innovationsteams den weiteren notwendigen Veränderungsprozess gestalten. Dazu gehört unter anderem auch das Thema Umwelt. Die Lineg befinde sich hier in dem Spannungsfeld zwischen Ewigkeitsaufgaben und Daseinsvorsorge, sagte der Vorstand. Auch im Hinblick auf den Klimawandel würden komplexe Zusammenhänge die Aufgaben der Lineg prägen. Es liege zum Beispiel das Problem der konkurrierenden Grundwasserentnahmen vor. Zum einen bestehe ein landwirtschaftlicher Wasserbedarf, aber auch ein Trinkwasserbedarf sowie ein Bedarf an industriellem Wasser. Dieses Spannungsfeld gelte es zu untersuchen. Auch seien Lösungen zu finden, denn das Wasser werde knapper, der Regen bleibe zunehmend aus und der Grundwasserspiegel senke sich. Unterstützt von einem Institut der RWTH Aachen sollen Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

Finanzen  Die Beiträge für die Lineg-Genossen steigen nur leicht. Das sei, so die Genossenschaft, mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen der Faulbehälter auf verschiedenen Kläranlagen zu begründen. Dass die Beiträge als moderat blieben, dazu trage auch die Eigenstromerzeugung bei. Der auf den Kläranlagen mit Gaserzeugung eigen erzeugte Strom liege über dem fremdbezogenen Strom.

Personal – Demografie Der Personalbestand der LINEG habe den Stand von 290 Vollzeitäquivalenten erreicht und werden auch in den Folgejahren so bleiben. Dieses sind zurzeit 316 Mitarbeiter sowie aktuell 27 Auszubildende. Auch die Lineg muss sich dem demografischen Wandel stellen und durch geeignete Maßnahmen versuchen, dem entgegenzusteuern. In den Jahren 2021 bis 2035 werden 152 Beschäftigte aufgrund des Erreichens der Regelaltersgrenze ausscheiden.