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Kamp-Lintfort: Das Bettenhaus ist komplett saniert

Umbau des St.-Bernhard-Hospitals : Ein Umbau-Jahrzehnt geht zu Ende

27 Millionen Euro hat das St.-Bernhard-Hospital in den vergangenen zehn Jahren in seine Modernisierung investiert. Dazu gehörten der Bau eines Facharzt-Zentrums, eine Fassadensanierung und die Kernsanierung des Bettenhauses.

Mit der Sanierung der Station 1a im ersten Obergeschoss des St.-Bernhard-Hospitals ist ein auf mehr als zehn Jahre angelegtes Mammutprojekt am Krankenhaus zu einem guten Ende gekommen. „Alle Baumaßnahmen sind abgeschlossen“, freute sich Geschäftsführer Josef Lübbers am Donnerstag. Wie schon auf den anderen Etagen wurde die Station 1a komplett kernsaniert. Die Bauarbeiter verlegten neue Leitungen, Verkabelungen und die erforderliche Elektrotechnik. Alle Patientenzimmer verfügen jetzt über jeweils eine Toilette und eine Dusche. Die Renovierung erfolgte nach modernstem Standard. Im Herbst werden die Zimmer auf der 1a frei gegeben.

Die Fertigstellung des Bettenhauses war eigentlich schon für 2021 geplant. Doch auf der Zielgeraden machte die Corona-Pandemie den Bauherren einen Strich durch die Rechnung und warf sie um acht Monate zurück. Das trübte die Stimmung am Donnerstag nicht: „Wir verfügen jetzt über eine Planbettenzahl laut Landesplan von 356 Betten, inklusive unserer zehn Intensivbehandlungplätze sowie sechs Intermediate Care-Betten und sechs weiteren Betten für die Notaufnahme“, erläuterte Conrad Middendorf, Geschäftsführer der St.-Franziskus-Stiftung Münster, der das Kamp-Lintforter Krankenhaus angehört.

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Das St.-Bernhard-Hospital habe sich in dem Umbau-Jahrzehnt von einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung zu einem Haus mit einem hohen Spezialisierungsgrad entwickelt. „Wir sind unseren Mitarbeitern und den Patienten für ihre Geduld und ihr Verständnis dankbar“, betonte Lübbers. Denn die Sanierung wurde bei laufendem Betrieb durchgeführt. Das Krankenhaus investierte in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 27 Millionen Euro in den Umbau. Dieser umfasst mehr als nur die Sanierung des Bettenhauses. Das St.-Bernhard-Hospital, das 1967 erbaut wurde, war in die Jahre gekommen. „Deshalb haben wir uns 2011 auf den Weg gemacht“, erinnert sich Lübbers. Zwei weitere Aspekte wollte man neben der Bettenhaus-Sanierung erreichen: Es sollte ein Facharzt-Zentrum entstehen, um eine engere Vernetzung mit dem ambulanten Markt zu ermöglichen. Außerdem musste die Fassade an der Südseite auf 102 Metern Länge und 30 Metern Höhe saniert werden. „Sie war brüchig und sollte auch energetisch gedämmt werden“, berichtet der Geschäftsführer. Das Facharzt-Zentrum konnte knapp 18 Monate nach Baubeginn eröffnen. Im Erdgeschoss fand die Praxis von Achim Assenmacher und Christoph Mangelmann mit mehr als 30 Dialyse-Plätzen ihren neuen Raum.

2015 starteten schließlich die Sanierungen der Fassade und des Bettenhauses. Neben den baulichen Herausforderungen habe man auch die inhaltliche Weiterentwicklung des Hauses in den vergangenen zehn Jahren vorangebracht: So wurden ein Herzkatheter-Labor und eine neue Zentralambulanz geschaffen. Auch die Abteilung für Endoskopie sei komplett modernisiert worden. Im Verbund mit drei anderen Kliniken und niedergelassenen Ärzten sei das Tumorzentrum Niederrhein entstanden.

Für die Zukunft haben Josef Lübbers und Conrad Middendorf besonders die Erweiterung des ambulanten Bereichs im Blick. Auf der Station gleich neben der 1a sollen die ambulanten Behandlungsräume des Medizinischen Versorgungszentrums „MediaVita“ und der ambulanten Onkologie einziehen. Geplant sind außerdem die Sanierung und Erweiterung der Notaufnahme sowie die Renovierung der Physiotherapie. Dabei habe man jederzeit die Krankenhaus-Planung des Landes NRW im Blick: „Wir sind auf jeden Fall wachsam“, betont der Geschäftsführer der St.-Franziskus-Stiftung.