Kamp-Lintfort braucht weitere Kita-Plätze

Kita- und Schulentwicklungsplan : Stadt braucht weitere Kita-Plätze

Zwei neue Kindergärten, am Bismarckplatz sowie an der Franzstraße, sollen gebaut werden. Auch Schulen müssen ausgebaut werden, will die Stadt den steigenden Kinderzahlen gerecht werden.

Die Zahlen sind beeindruckend: Von gut 20 Millionen Euro Ausgaben im Kita-Bereich und 35 Millionen bei den Schulen ist die Rede. Sie stehen im ersten „Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplan für die Stadt für die Jahre 2019 bis 2024“. „Es geht um ein Stück Zukunftsplanung für Kamp-Lintfort“, sagte Bürgermeister Christoph Landscheidt vor der Presse. Aus dem Papier geht hervor, dass die Stadt weiter in Kindergärten und Schulen investieren muss, will sie den seit Jahren wachsenden Kinderzahlen gerecht werden.

Wurden 2007 noch 284 Kinder in Kamp-Lintfort geboren, so sind es 2018 schon 357 gewesen, Tendenz weiter steigend – 2024 sollen es 386 Geburten sein. Zudem zögen viele Familien mit Kindern in die Stadt, sagte Landscheidt. „Wir sind eine der wenigen Zuzugsgemeinden.“ Die Bemühungen, die Stadt familienfreundlich aufzustellen, zeigten Erfolge. Landscheidt nannte den Verzicht auf Kita-Gebühren für Kinder über drei und günstige Baugrundstücke für Familien.

Um mit der Entwicklung Schritt zu halten, will die Stadt bis 2024 insgesamt 20 weitere Kita-Gruppen einrichten. Die neue Kita im Schirrhof (sie soll 2020 fertig sein) und Niersenbruch reichen nicht aus, um den erwarteten Bedarf an Plätzen auszugleichen. Deshalb schlägt die Stadt den Bau von zwei weiteren Kindergärten mit jeweils sechs Gruppen vor – Kostenpunkt: acht Millionen Euro. Einer soll auf dem Bismarckplatz entstehen, der andere auf dem ehemaligen Gelände der Firma Holstein an der Franzstraße. Zudem soll die Kita Wirbelwind am Standort Vinnstraße (Haus 1) einen dreigruppigen Anbau erhalten und am Standort Kattenstraße (Haus 2) ausgebaut werden und 2021 als eigenständige Kita an den Start gehen.

Auch im Bereich der Schulen muss sich die Stadt auf wachsende Zahlen einstellen –  spätestens dann, wenn aus den Kita-Kindern Schüler werden. Zudem machen die Rückkehr zu G9 am Gymnasium und die Inklusion weitere Räume notwendig. Ausbau-Maßnahmen sind für die Grundschulen Niersenberg und Pappelsee, Ernst-Reuter-Schule und die Europaschule vorgesehen. Für die ersten Bauabschnitte bis 2021 werden allein 8,2 Millionen Euro fällig, für weitere, anschließende Baumaßnahmen rund zehn Millionen Euro. Der Plan sieht außerdem vor, dass die Grundschule Niersenberg übergangsweise Räume der alten Hauptschule nutzt. Am Schulzentrum Kamper Dreieck soll die Raumsituation bis 2022 durch einen Anbau mit zwölf Räumen verbessert werden (3,5 Millionen Euro). „Beide Schulen werden davon profitieren“, sagte Bürgermeister Landscheidt. Für spätere Jahre nimmt die Stadt am Schulzentrum unter anderem die Errichtung weiterer Räume, die Sanierung der Turnhalle sowie eine neue WC-Anlage ins Visier (zwölf Millionen Euro).

Bürgermeister Christoph Landscheidt, Berthold Klicza (Jugendamt) und Dezernent Christoph Müllmann mit dem Kita- und Schulentwicklungsplan. Foto: Josef Pogorzalek

„Neue Projekte werden sich nur realisieren lassen, wenn zusätzliche Fördermittel bereitgestellt werden“, heißt es im Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplan. Und Dezernent Christoph Müllmann sagte zum Thema Finanzen, er warte „sehnsüchtig“ auf einen Nachfolger des NRW-Förderprogramms Gute Schule 2020.

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