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Kamp-Lintfort: Bilder erzählen von der Sehnsucht

Kunst in Kamp-Lintfort : Bilder erzählen von der Sehnsucht

„WiederSehen“ ist Titel der Ausstellung des Künstlervereins Moerser Palette im Schirrhof. Zu sehen sind 62 Werke von 22 Künstlern. Es sind ganz unterschiedliche Eindrücke, die sich dem Besucher vermitteln. Die Ausstellung läuft bis zum 10. April.

Im schönen Ambiente des ehemaligen Pferdestalls lässt es sich angenehm verweilen. In der Mitte des großen Raums stehen Stühle bereit, ganz wie in einem Museum. Durch die großen Fenster ist die Ausstellungsfläche ein wenig begrenzt, und so sind es eher die kleineren Formate, die in dem lichtdurchfluteten Raum ihren Platz gefunden haben. Die Moerser Palette hat 62 Werke von 22 Künstlern ausgewählt. Es sind ganz unterschiedliche Eindrücke, die sich dem Besucher vermitteln. Alle haben gemeinsam, dass sie ein Wiedersehen thematisieren: Mit Landschaften, mit überraschenden Farbkombinationen und mit Menschen.

Die Sehnsucht danach, Neues zu sehen und zu erleben, spiegelt sich in den künstlerisch bearbeiteten Fotos von Petra Klein. Sie hat die Aufnahme eines träumenden Frauengesichts vor geöffnetem Fenster platziert. Auf einem anderen Bild der gleichen Reihe schaut man durch das transparente Foto einer Frau, die aussieht wie auf einem Bild aus vergangenen Zeiten, auf eine verzerrte Strandszenerie.

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„Die Bilder sind 2020 entstanden, als der bereits geplante Urlaub verschoben werden musste“, erklärt Klein. Es sind diese und andere Sehnsüchte, die in der letzten Zeit unerfüllt geblieben sind und die sich unmittelbar in den Werken spiegeln. Ganz anders nähert sich Künstlerin Elke Munse dem Gefühl, das durch Kunst zum Ausdruck kommen will. Ihre ausgestellten Werke sind abstrakt und schwelgen mit farbigen Flächen und Linien im Farbgefühl. Die Komplementärtöne Blau und Ockergelb haben es ihr in der aktuellen Phase besonders angetan.

„Der Impuls zu meinen Bildern kommt aus dem Inneren und ist reines Empfinden“, so Munse. Auch Harald Gayk hat eine Vorliebe für abstrakte Malerei. Der Kamp-Lintforter hatte die Idee und die Kontakte, um die Ausstellung der Moerser Gruppe zu initiieren und freut sich zusammen mit Helmut Klein, dem Vereins-Vorsitzenden, dass es geklappt hat und die Bilder nun bis zum 10. April gezeigt werden können. Gayk war sehr bewegt von den Vulkanausbrüchen auf La Palma und hat dies in seinen Bildern verarbeitet. Und so leuchtet ein orange-roter Block brennend vor einem schwarzen Hintergrund. Wiedersehen mit alten Bergbautraditionen waren das Thema der Bilder von Gabriele Schweer. Sie hatte beim Kerzenkonzert auf Rheinpreußen, dem Abschied von der Kohleförderung, den illuminierten Maschinenraum abgelichtet und die Bilder speziell bearbeitet. „Durch die körnige Struktur der Fotos wird etwas von der Vergangenheit spürbar“, erläutert sie. Etwas erfrischend Positives kommt mit den lachenden Gesichtern von Hannelore Brandt in die Ausstellung. Die Sehnsucht nach der Umarmung einer Freundin und die Wiedersehensfreude schwappt in ihren Acrylbildern über.

Die Palette-Künstler inspirieren sich gegenseitig und schätzen den Austausch in der Gruppe, die bereits seit mehr als 40 Jahren existiert.