1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort: Berger setzte früh auf die Digitalisierung

Besuch vom Landtagsabgeordneten : Berger setzte früh auf die Digitalisierung

Das Unternehmen gehört zu den mittelständischen Betrieben, die „digital und innovativ“ arbeiten. Das honorierte das Land NRW mit der Förderung aus einem neuen Programm.

Am Montag startet ein großer Transport von Kamp-Lintfort nach Frankfurt. Zehn Grenzkontrollschalter für die Bundespolizei rollen dann von der Berger GmbH & Co. KG zum Flughafen der Mainmetropole. „Seit 2007 liefern wir Grenzkontrollschalter für die Bundesspolizei“, erzählt Geschäftsführer Thomas Berger. „Bislang haben wir 80 gebaut und installiert, zum Beispiel in Frankfurt am Main, Bremen, Köln-Bonn, Düsseldorf und Dortmund. Mit den zehn neuen sind es 90. Weitere zehn sind für den Münchener Flughafen in Auftrag.“ Das mittelständische Unternehmen hatte eine europaweite Ausschreibung gewonnen. „Je komplizierter es wird, je mehr Gewerke miteinander zu verbinden sind, desto größer ist unsere Chance, einen Auftrag zu erhalten“, berichtet Paul Berger als Mitglied der Geschäftsführung, im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten René Schneider. „Licht und Elektrik, Glas und Stahl, Belüftung und Beschriftung haben wir im Schalter kombiniert. Wir übernehmen in der nächsten Woche auch die Endmontage.“

  • Sidney Lewandowski aus Kamp-Lintfort möchte für
    Bundestagswahl 2021 : Mit 29 Jahren schon ein erfahrener Wahlkämpfer
  • Sidney Lewandowski aus Kamp-Lintfort möchte für
    Bundestagswahl 2021 : Wenn „Die Linke“ im Kreis Wesel ruft . . .
  • Entspannte Atmosphäre beim „Kali-Jambo“. ⇥RP-Foto: nop
    Kalli-Jambo in Kamp-Lintfort : Sommer, Sonne, Samba

Ins Gespräch waren das Unternehmen und der Landtagsabgeordneten über das Programm „Mittelstand – Innovativ und Digital“ (MID) gekommen, das im Januar 2021 vom Landesministerium für Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung aufgelegt wurde. „Wir haben uns digital auf Fördermittel für die IT-Einrichtung beworben“, berichtete Benjamin Herden als Leiter für Forschung und Entwicklung. „Aber es haben sich so viele Unternehmen beteiligt, dass das Ministerium nicht alle berücksichtigen konnte. Deshalb beschloss es, monatlich auszulosen, welche Unternehmen die Förderung von jeweils 15.000 Euro erhalten.“ Das Unternehmen aus Kamp-Lintfort war nicht vom Losverfahren überzeugt, weil es bei Digitalisierung und Entwicklung zu den Vorzeige-Unternehmen gehört.

Zum Beispiel entwickelte es zusammen mit einem Unternehmen aus Baden-Württemberg einen mobilen digitalen Arbeitsplatz, bei dem Mitarbeiter über Touchscreen direkt auf Bauzeichnungen zugreifen können, vergleichbar mit einem Touchscreen auf Tablets oder Iphones. Es hat die Produktion weitgehend digitalisiert. „Vor einigen Jahren hatten wir 15.000 Kopien im Monat“, beschreibt Thomas Berger die Folgen der Digitalisierung. „Heute sind wir bei 2000. Rechnung, Ausschreibungen und Pläne werden heute digital übermittelt.“ Obwohl das Unternehmen nur 35 Mitarbeiter hat, stetig aber auf der Suche nach Zuwachs ist, betreibt es Forschung und Entwicklung, oft in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster und anderen Unternehmen. So entwickelt es gerade zusammen mit einer schwedischen Firma eine Anwendung für UV-C Strahlung, das Oberflächen keimfrei machen kann, was gerade in Zeiten von Corona eine wichtige Anwendung darstellt. René Schneider zeigte sich am Donnerstag genauso wenig vom Losverfahren für das MID-Programm überzeugt.

Als Mitglied des Ausschusses für Digitalisierung des Landtages habe er im Dezember 2020 Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und dessen Staatssekretär Christoph Dammermann angesprochen, wie ein digitales Vorzeige-Unternehmen nicht bei der Förderung berücksichtigt werden könne. „Beim nächsten Mal war Berger mit dabei“, freute sich Schneider. „Die richtigen Personen anzusprechen, kann helfen.“