Kamp-Lintfort: All das entdeckt man im Kompost

Landesgartenschau 2020 : All das entdeckt man im Kompost

Claudia Goormann, Biologin und Naturpädagogin aus Kaarst, ist Referentin für die Projektpartner Lineg, Stadtwerke Kamp-Lintfort und Kreis Weseler Abfallgesellschaft und im nächsten Jahr mit Workshops im Grünen Klassenzimmer vertreten.

Heute stellt sie Experimente rund um den Kompost vor.

„Der Asdonkshof ist eine Müllverbrennungsanlage, aber nicht nur: Er ist auch ein Abfallentsorgungszentrum. Es gibt nicht nur einen Wertstoffhof, zu dem jeder Bürger seine Abfälle bringen kann. Sperrmüll wird dort sortiert und behandelt. Auch der Inhalt der braunen Tonne kommt zum Asdonkshof. Küchen- und Gartenabfälle wie Kartoffelschalen oder Rasenschnitt kommen in eine Kompostieranlage. Dort fressen viele kleine Lebewesen wie Bakterien, Pilze und Würmer die Pflanzen- und Essensreste. Durch ihre Verdauung entsteht der Kompost.

Dieser ist ein wertvoller Dünger für den Garten. In der Natur gibt es keine Abfälle. Alles wird wieder verwertet, umgewandelt und nichts bleibt übrig. Eine Pflanze braucht neben Sonnenlicht auch Nährstoffe für ihr Wachstum, diese nimmt sie sich aus dem Boden. Wenn diese Pflanze irgendwann vergeht, zersetzen kleine und kleinste Lebewesen sie wieder in diese Stoffe, geben sie dem Boden zurück, und die nächste Pflanze kann sie erneut aufnehmen. Vor ungefähr 100 Jahren hat sich aber etwas durch die Erfindung des Plastiks grundlegend verändert.

Experiment der Verrottung

Verbuddele in Deinem Garten einen Apfel, einen Teebeutel und eine Plastikverpackung. Stelle kleine Schilder auf, damit du deine Schätze wiederfindest. Nach einem halben und nach einem Jahr schaust du nach, was deine Schätze machen. Dein Apfel wird schon nach drei bis vier Wochen weg sein, und von deinem Teebeutel wirst du in vier Monaten nichts mehr wiederfinden. Deine Plastikverpackung wirst Du immer wieder fast unversehrt herausholen können. Denn Plastik kann von der Natur nicht so einfach zersetzt werden, es braucht 450 Jahre bis es sich in seine Bestandteile zerlegt hat. Überlege mal, in 450 Jahre leben deine Ur-, Ur-, Ur-, Ur- Enkel nicht mehr, trotzdem finden die folgenden Generationen noch unseren Müll finden. Wichtig: Achte bitte darauf, dass kein Plastik in die braune Tonne gelangt.

Bau eines Schüttelsiebes

Um die vielen kleinen Helfer in einem Komposthaufen sichtbar zu machen, bauen wir uns ein Schüttelsieb. Wir brauchen dazu: eine leere Konservendose, Dosenöffner, Fliegengitter, Klebeband, Gummiring, Schere und Schleifpapier. Mit dem Dosenöffner wird der Boden von der Konservendose herausgeschnitten. Die Kanten werden mit Schleifpapier geglättet. Dann wird das zurecht geschnittene Fliegengitter über dem Dosenboden gespannt und mit einem starken Gummi fixiert und mit Klebeband umwickelt. Das Schüttelsieb kann nun zur Untersuchung von Kleinlebewesen genutzt werden. Nehmt das Schüttelsieb und eine große, weiße Schale. Füllt Kompost in das Sieb und bewegt es vorsichtig über die Schale. Mit einer Lupe könnte ihr viele kleine Lebewesen beobachten. Aber seid schnell, denn die Tiere fühlen sich nicht wohl im Hellen. Sie versuchen, wieder zum Kompost zu gelangen. Wenn Ihr sie beobachtet habt, setzt ihr sie wieder in den Kompost. Dort müssen sie sehr wichtige Aufgaben erfüllen.

(rp)