1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort: Alinde-Quartett spielt Schubert im Schirrhof – wunderbar.

Konzert in Kamp-Lintfort : Schubert im Schirrhof – wunderbar

Kamper Konzerte, diesmal nicht im Rokokosaal: Das Alinde-Quartett begeistert im „Corona-Ausweichquartier“ mit Werken von Franz Schubert und Henry Purcell.

Es war das allererste Kamper Konzert im „Pferdestall im Schirrhof“ – er diente als Ausweich für den wegen Corona nicht bespielbaren Rokokosaal auf Kloster Kamp. Am Mittwoch (und noch einmal am Donnerstag) spielte dort das renommierte Alinde-Quartett. Gegenüber der Ankündigung gab es zwei Änderungen: Anstelle von Moritz Benjamin Kolb übernahm Bartolomeo Dandolo Marchesi den Cello-Part. Und: Statt mit Schubert begann das Streichquartett mit zwei von vier Purcell-Fantasien, um die restlichen zwei nach dem Schubert zu spielen.

Henry Purcell zählt zu den bedeutenden Komponisten des englischen Hochbarocks. „Indem die Interpreten ihre Töne in die Dissonanzen hineinschwellen lassen, offenbaren sie den harmonischen Reichtum der Werke“, schrieb das Magazin „Fono Forum“ 2019 über eine CD-Einspielung des Alinde-Quartetts. Einen solchen Eindruck ihrer Spielweise jener Gamben-Fantasien hinterließ das Ensemble auch in Kamp-Lintfort.

Das Streichquartett Nr. 7 D-Dur von Franz Schubert ist ein Frühwerk des Komponisten, dessen 200. Todestag sich 2028 jährt. Bis dahin hat sich das Alinde-Quartett unter dem Hashtag „#schubert200“ vorgenommen, sämtliche Streichquartette des Komponisten auf CD einzuspielen. Schon als ganz junger Mann liebte es Schubert, Quartette mit harmonischen Landschaften und wiederkehrenden Volksmelodien zu komponieren. Er liebte die Natur. Insofern kann man das Streichquartett Nr. 7 auch als Pastoralwerk bezeichnen.

  • Rund 400 Teilnehmer nahmen an der
    Landeskirchschicht in Kamp-Lintfort : „Um das Kohlenfeuer bildet sich Gemeinschaft“
  • TV-Moderatorin Yvonne Willicks bei der Versteigerung.⇥Foto:
    Feier in Kamp-Lintfort : Lions-Jubiläum mit einträglicher Flutwein-Auktion
  • Ein Probenfoto aus dem Stück „The
    Theater in Kamp-Lintfort : Bühne 69 zeigt Komödie über Seitensprünge und ihre Folgen

Nach der Pause stand Schuberts Streichquartett Nr. 13 a-Moll, genannt „Rosamunde“, an. Mit weit ausschwingenden Bögen und atmender Ruhe findet Schubert in dem 1824 komponierten Werk seinen Ton. Nicht motivisch-thematische Arbeit, sondern singende Linien prägen den Verlauf. „Wir lieben diese Komposition sehr“, sagte Violonistin Eugenia Ottaviano, die auf einem Instrument aus dem Jahr 1790 spielt, „weil es Konflikte in sich trägt, die mittels Dur- und Moll-Tönen hörbar gemacht werden.“ Aber auch nostalgische Volksmusik ist dem Werk zu entnehmen.

Das begeisterte Publikum spendete lang anhaltenden Beifall und entließ das Ensemble erst nach der Zugabe von Schuberts „Deutschem Tanz“ Nr. 5.

„Eleganz und Leidenschaft“ heißt das Programm des nächsten Kamper Kammerkonzerts am 27. und 28. Oktober, 19 Uhr im Pferdestall im Schirrhof. Oliver Triendl (Klavier), Nina Karmon (Violine), Tobias Reifland (Viola) und Alexander Hülshoff (Violoncello) spielen dann Klavierquartette von Anton Dvorak.