Kamp-Lintfort: Abteiplatz verwandelt sich in einen Filmschauplatz

Filmschauplätze NRW : Der Abteiplatz verwandelt sich in einen Filmschauplatz

Die Zuschauer sahen den Film „Die Päpstin“ im Schatten des Klosters Kamp. Pünktlich zum Filmstart hörte der Regen auf. Das Publikum erlebte pures Kinovergnügen.

Die Rasenfläche am Abteiplatz vom Kloster Kamp verwandelte sich mit einer 30 Quadratmeter großen Leinwand in ein Open-Air-Kino. So viel vorweg: ein absoluter Volltreffer, auch wenn bis in den frühen Abend Regenwetter der Veranstalter, die Film- Medienstiftung NRW, berechtigte Bedenken hatte. Die Befürchtungen, dass nur wenige Hartgesottene mit Sack und Pack sich auf der Rasenfläche gemütlich wie wetterfest einrichten, war völlig umsonst. Denn schon gegen 19 Uhr füllten sich die Reihen. Bevor es „Film ab“ hieß, sorgte Rachel Montiel für Musik. Das Haus Bieger verwöhnte mit Leckereien vom Grill vor der Kita Spatzennest. Besucher platzierten währenddessen ihre eigenen Stühle, deckten den Campingtisch und gaben sich entspannt für das „Rudelgucken“.

Dem Kinoerlebnis unter freiem Himmel mit dem hoch dekorierten Film „Die Päpstin“ stand nichts im Wege. Selbst abendliche 14 Grad störten nicht. Schließlich gibt es wärmende Funktionskleidung, Decken, Mützen und Schals. Anna Fantel von der Film- und Medienstiftung NRW begrüßte mit Einbruch der Dämmerung dann die Freunde der Kinoleinwand zusammen mit Dezernent Christoph Müllmann. Umsonst und unter freiem Himmel ist ein Kriterium, der passende Ort für die Filmpräsentation das weitaus überzeugendere Argument. „Für mich ist die Kulisse vor dem Kloster Kamp einfach toll. Ich habe das Buch gelesen und auch den Film gesehen“, sagt Erika Guyens. Ob Johanna wirklich im frühen Mittelalter Päpstin gewesen sein könnte, bleibt eine spannende Frage, auch unter Kennern der Geschichte des frühen Mittelalters. „Alles ist möglich, wenn man die damalige Zeit bedenkt“, meint Erika Guyens. Weder Film noch Buch ist Charlotte Bevc bekannt. „Ich habe davon gehört und lasse mich überraschen“, sagt die Rheinbergerin, die mit Elli Dicks und Emilia Frank die abendlichen Spielerunde ausfallen ließ. „Bei solch einem Film kann man nicht gefühllos bleiben. Das ist Geschichte“, sagt begeistert die Moerserin Emilia Frank. Da der Hauptfilm Überlänge hat, gab es vorab den superkurzen Kurzfilm „Heinz“ mit gerade mal 1:30 Minute Spiellänge von Robin Pfister. Heinz ist Mitarbeiter eines Krematoriums, den ein Klopfen aus einem Sarg völlig irritiert. Der Abspann war fast so lang wie der Kurzfilm.

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