Junge Küche in der Alten Schmiede in Kamp-Lintfort.

Essen in Kamp-Lintfort : Junge Küche in der Alten Schmiede

Leon Mratschkowski und seine Köche bereiten rustikale Gerichte mit schnieker Spitzen-Gastronomie-Technik zu. Mit dieser Kombination locken sie Feinschmecker ins Haus „Alte Schmiede“ am Kamper Abteiplatz.

Leon Mratschkowski (29) ist ein Freund der mitteleuropäischen Küche, einer Küche, die Tradition bewahrt und offen ist für Neuerungen. Der junge Koch seinen Gästen zum Beispiel einen 36-Stundenbauch vom Livar-Klosterschwein zu, den er mit körniger Senfsauce sowie Gurkensalat und schaumigem Kartoffelpüree serviert. „Das Livar-Klosterschwein wächst langsam draußen auf“, erzählt der gelernte Koch. „Die Tiere werden älter, das Fleisch ist fester. Es ist 36 Stunden bei 65 Grad in der Röhre. Dadurch ist es sehr zart. Es ist es ein rustikales Gericht mit schnieker Spitzen-Gastronomie-Technik.“

Schon als Grundschüler liebte er es, zu kochen und zu kombinieren. „Meine Eltern hatten einen Landhandel an der Moerser Straße nahe dem Parkhotel“, erzählt der Kamp-Lintforter. „Aus dem frischen Gemüse habe ich zum Beispiel Eintöpfe zubereitet, wie Wirsingeintopf. Ich habe Dinge selbst ausprobiert und mir viel abgeguckt. Ich koche gerne das, was ich nicht kann. So lerne ich.“ Das machte er auch, als er nach der Schule mit 19 Jahren eine Lehre als Koch bei Wellings Parkhotel begann. „Ich war der erste Auszubildende der neuen Eigentümerfamilie Welling“, blickt er zurück. „Ich habe im Parkhotel gekocht, als es im März 2012 den zehnten Geburtstag gefeiert hat.“

Mit 22 Jahren wechselte er 2012 zum Haus „Alte Schmiede“ am Abteiplatz, das seiner Mutter Jutta Mratschkowski gehörte. Als Angestellter leitete er das Haus mit rustikalem Ambiente, in das er im März 2018 als selbstständiger Teilhaber einstieg. Anfang 2019 holte er sich Alexei Schweizer (34) und Szymon Thiele (33) hinzu. Seine beiden befreundeten Köche sollen in den nächsten Jahren bei einigen Gerichte die Küche ihrer Heimatländer Moldawien und Polen einfließen lassen. Das ist möglich, weil die Karte täglich wechselt, auch wenn einige Speisen sehr oft darauf zu finden sind. Dazu zählen zum Beispiel ein warmer Ziegenfrischkäsestrudel mit Zitronenmarmelade und Wildkräutersalat als Vorspeise, vegetarische Kartoffelnocken mit Liebstöckelpesto, Kräutersaitlingen, Frühlingszwiebeln und Aprikose als Hauptgericht oder ein Dreierlei Rohmilchkäse mit Feigensenf und Walnüssen als Dessert. Dazu kommen jeweils vier bis fünf Vor- und Hauptspeisen sowie Desserts, die wechseln und die Jahreszeiten aufnehmen.

„Das Vorratslager ist klein“, erläutert Leon Mratschkowski das Konzept. „Dadurch ist alles frisch.“ Mehrere Gerichte sind experimentell, wie zurzeit als Vorspeise ein Maisschaum mit Popcorn und schwarzem Knoblauch. „Der Knoblauch bringt die feine Säure“, sagt der Koch.

Manchmal schreibt er auch Schokoladenkuchen auf die Karte, den er mit Passionsfruchtsorbet anbietet. „Schokoladenkuchen habe ich schon als Kind gerne gemacht“, schmunzelt er.

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