Kamp-Lintfort: Jürgen Preuß kehrt in den Alltag zurück

Kamp-Lintfort : Jürgen Preuß kehrt in den Alltag zurück

Nach der deutlichen Wahlniederlage am Sonntag zeigte sich der Kamp-Lintforter Jürgen Preuß gestern gefasst. Sein politisches Engagement geht weiter - in der Kommunal- und Kreispolitik.

Für Jürgen Preuß hat gestern der Alltag wieder begonnen. Nach der Wahlniederlage am Sonntag nahm er in seiner Funktion als SPD-Fraktionschef in Kamp-Lintfort an der öffentlichen Auszählung der Bürgerumfrage zum Zechenturm im Rathaus teil. Der Politiker, der seine Kandidatur um ein Bundestagsmandat gegen Sabine Weiss (CDU) verloren hat, gab sich guten Mutes. "Ich hatte die Prognosen verfolgt und war schon darauf eingestellt, dass es für mich eng werden könnte. Es ist schade, dass es am Ende so deutlich ausgegangen ist", sagte Jürgen Preuß.

Der Politiker hatte in der Wahlnacht das Heimspiel in Kamp-Lintfort deutlich gewonnen, auswärts reichten die Simmen insgesamt nicht. "Es macht mich stolz, dass die Kamp-Lintforter meine Kandidatur so unterstützt haben", betonte er. In seiner Heimatstadt holte der Sozialdemokrat 46,78 Prozent der Erststimmen. Auch für sein Wahlkampfteam hat er nur lobende Worte. "Die Leute waren so aktiv und engagiert. So etwas geht nur im Team." Dass die AFD selbst in Kamp-Lintfort auf 10,54 Prozent gekommen ist, treibe ihn um: "Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir mit der AFD umgehen werden." Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete Preuß: "Business as usual. Ich werde weiterhin Kommunalpolitik aktiv sein." Der 54-Jährige bleibt SPD-Fraktionsvorsitzender in Kamp-Lintfort und möchte auch auf Kreisebene wieder in die politische Arbeit einsteigen. In den nächsten Tagen beginnt sein Dienst als Regierungsbeschäftigter beim Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste.

René Schneider, SPD-Unterbezirksvorsitzender und Vorsitzender des Stadtverbandes in Kamp-Lintfort, ist überzeugt, dass die Wähler der SPD bewusst einen Denkzettel hätten verpassen wollen. "Das müssen wir jetzt richtig werten und auswerten. Und wir müssen klar sagen, was wir verbessern wollen." Wichtig sei es, auf die Menschen einzugehen. "So klein ihre Belange auf den ersten Blick auch scheinen. Sie müssen aufgegriffen und geklärt werden, damit die Bürger wieder das Gefühl haben, dass sich die SPD um sie kümmert." Schneider bedauert es, dass die SPD im Kreis Wesel nun keinen Ansprechpartner mehr im Bundestag hat.

(RP)