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Jäger stellen ihre vierbeinigen Helfer vor

Landesgartenschau 2020 : Jagdhörner erschallen im Zechenpark

Die Kreisjägerschaft Wesel informierte die Besucher unter anderem über die verschiedenen Jagdhunderassen. Am 20. September sind die Jäger erneut zu Gast beim Forum Landwirtschaft. Beim Jägertag dreht sich dann alles um die Falknerei.

Für einen Tag hatte sich die Kreisjägerschaft Wesel (KJS) im Forum Landwirtschaft auf der Kamp-Lintforter Landesgartenschau einquartiert. Die Mitglieder boten ein umfangreiches Programm. Publikumsmagnet war die Präsentation der Jagdhunde mit Erläuterung ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen und Einsatzgebiete während der Jagd. „Eigentlich hatten wir völlig anders geplant“, sagt Alfred Nimphius, KJS-Vorsitzender. Die Corona-Krise wirbelte jedoch alles durcheinander. „So mussten wir unsere Wildküche mit großem Programm absagen. Die Hundeschau sollte bereits im April stattfinden“, so Nimphius. Das kompakte Programm am vergangenen Wochenende entschädigte aber das Publikum.

Grillwurst vom Wildschwein gab es als Kostprobe und zusätzliche Informationen, wie und zu welchen Zeiten Verbraucher Wildfleisch aus heimischen Revieren für die eigene Küche beziehen können. „Die Zubereitung von leckeren Wildgerichten gelingt genauso wie der Schweine- oder Rinderbraten“, sagt Jägerin Martina Terlinden. Die Jagdhornbläser vom Hegering Lintfort-Neukirchen ließen Jagdhornsignale, die Hegewaldfanfare oder Jägermarsche erklingen und machten die Laga-Gäste akustisch auf verschiedene Aktionen aufmerksam. Die Rollende Waldschule ist über die Jahre zur Institution im Kreisgebiet geworden. Insgesamt drei Waldschulen sind im Einsatz und besuchen Kindergärten und Schulen, informieren über wildlebende Tiere und ihren Lebensraum. „Zwei Tage lang sind wir dann mit den Kindern unterwegs. Einen Tag machen wir Theorie, danach gehen wir in die Natur. Das Interesse an unserer Tierwelt ist auch bei Erwachsenen groß. Auf der Laga fragen viele nach den verschiedenen Greifvögeln, die sie in freier Natur beobachtet haben, aber nicht zuordnen können“, sagt Bernhard Jordans, der mit Kollegen die Rollende Waldschule rund um Xanten betreut.

Naturpädagogik und die Vermittlung der Zusammenhänge von Wild und Wald, diese Themen hat sich die Jägerschaft auf die Fahne geschrieben, wie auch Försterin und zertifizierte Waldpädagogin, Karin Leisten, bestätigt. „Interesse ist beim Publikum schnell geweckt, beispielsweise beim Fellrästel oder der Herstellung von Tierspuren“, sagt sie. Welche besondere Bedeutung der Jagdhund für den Jagdausübenden hat, erlebten die Gäste bei der Präsentation direkt. Rund 70 ausgebildete jagdliche Vierbeiner wurden in ihren Spezialistentum vorgestellt, angefangen vom Kleinen Münsterländer, Labrador, Teckel, Deutsch Drahthaar bis zum Weimaraner. Jede Jagdhunderasse verfügt über verschiedenste Eigenschaften und Arbeitsweisen im jagdlichen Betrieb.

Launig erläuterte Ludwig Hermanns, Vorsitzender vom Jagdgebrauchshundverein Kleve, Besonderheiten der Jägersprache wie auch die Arbeit von Kamerad Hund. Der Kontakt zwischen Hundeführer und Hund ist daher eng und konzentriert, beispielsweise, wenn es darum geht, mit Kommandos, Handzeichen, Trillerpfeife oder Bringsel zu kommunizieren. „Ein gut ausgebildeter Hund ist der eigentliche Held“, so Nimphius.