Kamp-Lintfort: In der Lesewoche basteln und spielen die Ebertschüler

Kamp-Lintfort: In der Lesewoche basteln und spielen die Ebertschüler

In der Projektwoche beschäftigen sich die Schüler mit Literatur für Kinder. Zu jedem Buch gibt es ein passendes Projekt.

Bücher sind spannend. In diesem Sinne dreht sich für die rund 330 Schüler der Kamp-Lintforter Ebert-Grundschule seit Montag eine Woche lang alles ums Lesen. 19 verschiedene Bücher hatten die Lehrer für sie ausgesucht und ihren Schülern anhand von selbst gemachten, in den Schulfluren ausgehängten Plakaten zur Auswahl gestellt. Dabei gehörte zusätzlich zu jedem Buch ein passendes Programm aus Spielen, Bastelarbeiten, Liedern und anderen spannenden Aktionen. So konnten sich die Schüler der ersten und zweiten Klassen zum Beispiel zu Margit Auers Kinderbuch "Schule der magischen Tiere" fantasievolle Fabelwesen ausdenken, sie dann als bemalte Figuren aus Holz aussägen und zum Schluss auch noch zur Herstellung eines großen, gemeinsamen Memory-Spiels verwenden. Andere Schüler entschieden sich dagegen für ein Buch mit Fußballgeschichten und ein dazu passendes Sportprogramm oder für ein dreisprachiges Theaterprojekt rund um Astrid Lindgrens kessen Rotschopf Pippi Langstrumpf. Eine Gruppe aus Dritt-und Viertklässlern beschloss sogar, während der gesamten Projektwoche täglich als Vorleser in einen nahen Kindergarten zu gehen. "Da aus unseren Ankündigungsplakaten nicht hervorging, welcher Lehrer welche Buchgruppe betreuen würde, waren die Schüler in ihrer Wahl ganz frei", erklärte Martin Pluschkat die von ihm initiierte Lesewoche an seiner Schule. Dabei hatten er und seine Kollegen anfangs befürchtet, dass sich angesichts der anstehenden Weltmeisterschaft die meisten Schüler für die Fußballgeschichten entscheiden würden, doch dem war nicht so. "Da jeder Schüler insgesamt drei Auswahlmöglichkeiten hatte, kamen am Ende alle 19 angebotenen Projekte zum Zug." "Ja, eigentlich wäre ich auch lieber in der Fußballgruppe gewesen", bekannte der achtjährige Ali. Stattdessen war er bei den "magischen Tieren" gelandet fand es dort aber bereits am zweiten Tag "mindestens ebenso gut wie bei den Fußballern". Auch in der für die deutsche Version des Pippi-Langstrumpf-Theaterprojektes zuständigen Gruppe herrschte reges Interesse. Die ebenfalls in türkischer und bosnischer Sprache durchgeführten Proben fanden in zwei anderen Räumen statt. Bei der Herstellung des Bühnenbildes werden jedoch alle wieder zusammen arbeiten.

Am Freitag präsentiert jede einzelne Gruppe in einem großen Finale vor allen anderen Schülern ihr jeweiliges Projektergebnis. Ohne Eltern. Letzteres ist eine bewusste Entscheidung, wie Pluschkat erklärte: "Erstens können da aus beruflichen Gründen nicht alle Eltern kommen, und zweitens wollten wir das Ganze erst einmal nur ganz intern in der Schülerschaft machen."

(got)