In der Kita St. Barbara lernen die Kleinen von den Großen

Kitas in Kamp-Lintfort : Am liebsten spielen die Kinder draußen

Der Kindergarten St. Barbara hat ein großes Außengelände mit Klettergerüsten, Wasserspielen und Kräuterbeeten.

Lion (3), Jan (3) und Marlon (5) sind am liebsten draußen, besonders wenn die Sonne scheint. Sie lassen in Wasserkanälen Schiffe fahren, tauchen sie unter. Sie besteigen den Kletterturm aus Robinienholz, um über Rutschen wieder den Boden zu erreichen. Oder sie sind mit kleinen Gießkannen unterwegs und benetzen im Beet Kräuter und Erdbeeren mit Wasser. „Wir sind froh, solch ein weitläufiges Außengelände als einen unserer Bildungsbereiche nutzen zu können“, freut sich Robin Wagner als Leiter des Kindergartens St. Barbara. „Unsere 44 Kinder schätzen die Größe und Weitläufigkeit des Geländes sehr.“

Im Juni ist eine Hängematte dazugekommen, welche vom Kamp-Lintforter Mike Oberhäuser gebaut wurde. Wie bereits im Vorjahr ein großes Klettergerüst mit Rutschen. Finanziert wurde es teilweise durch den Elternbeirat der Kindertageseinrichtung sowie durch Spendengelder. „In den Sommermonaten sind die Kinder meistens draußen“, erzählt Robin Wagner. „Wir sind froh viele Bäume zu haben, die uns gerade bei hohen Temperaturen Schatten spenden. Zu jeder Jahreszeit erleben wir gemeinsam mit den Kindern das Außengelände und die verschiedenen natürlichen Veränderungen neu. Gemeinsam mit den Kinder kümmern wir uns um unsere Kräuterspirale, die Erdbeeren oder flechten am wachsenden Weidentipi. Die Kinder sollen einen Gleichklang aus Spiel und Bewegung erleben.“

Die Eltern legen immer wieder Hand an, wenn im Garten des Kindergartens, der westlich der einstigen Barbara-Kirche liegt, etwas zu verändern ist. So halfen sie im letzten Jahr gemeinsam mit der St.-Johannes-Nepomuk-Bruderschaft Alt Lintfort, das Außengelände winterfest zu machen. „Wir sind ein familiärer Kindergarten“, sagt Robin Wagner. „Wir schätzen den persönlichen (beruflichen) Kontakt zu unseren Eltern, welcher uns auch durch die Größe der Einrichtung gut gelingt. Mit 44 Kindern in zwei Gruppen gehören wir zu den eher kleineren Einrichtungen in Kamp Lintfort.“

Da der kleine Kindergarten mit den anderen vier katholischen Kindergärten einen Verbund bildet, der als Familienzentrum zertifiziert ist, kann er viele verschiedene Beratungsangebote vorhalten, auf die Mütter oder Väter sonst lange zu warten haben. „Wir arbeiten mit verschiedenen Praxen zusammen“, berichtet Wagner. „Die Eltern und Kollegen haben jederzeit die Möglichkeit, telefonisch Beratungstermine in der Einrichtung zu vereinbaren. Einmal im Monat kommen unsere Kooperationspartner dann bei Bedarf in die Einrichtung.“

Von Leuten, die zum ersten Mal im Kindergarten an der Geißbruchstraße anrufen, wird der 26-jährige Erzieher und Theaterpädagoge manchmal gefragt, ob er wirklich Leiter des Kindergartens sei. „Zu Beginn meiner Ausbildung zum Erzieher kannte ich kaum Kollegen, Freunde oder männliche bekannte, die den Berufswunsch des Erziehers verfolgten. In meinem Jahrgang am Placidahaus in Xanten waren drei von 20 Auszubildenden Männer in meiner Klasse. Für Kinder ist es wichtig, einen männlichen Ansprechpartner zu haben, besonders wenn sie in alleinerziehenden Familien leben. Leider finden viele Männer den Beruf finanziell nicht attraktiv genug.“

Robin Wagner kann sich nichts Schöneres vorstellen, als in einem Kindergarten zu arbeiten. „Die Kleinen lernen von den Großen“, berichtet er. „Die Großen lernen, für die Kleinen Verantwortung zu übernehmen.“

Dazu lernen sie die Gemeinschaft, beispielsweise beim Mittagessen, das von einem Caterer aus Rheinberg angeliefert wird, oder bei den christlichen Festen, die alle gemeinsam feiern, Karneval und Ostern genauso wie Nikolaus und Weihnachten.

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