Kamp-Lintfort: Im Road House wird Rockmusik gespielt

Kamp-Lintfort : Im Road House wird Rockmusik gespielt

Das Ehepaar Sabine und Rainer Grabowski haben im ehemaligen Poststübchen an der Ferdinantenstraße hat eine neue Kamp-Lintforter Szenekneipe eröffnet, in der künftig einmal im Monat Nachwuchsbands auftreten sollen.

Es war Zufall, dass Sabine und Rainer Grabowski dort eine Kneipe eröffneten, wo sich im Geisbruchdreieck bis vor zweieinhalb Jahren die Gaststätte "Poststübchen" befand. "Mir ging seit Jahren der Gedanke durch den Kopf, eine Kneipe aufzumachen", sagt Rainer Grabowski und erzählt von einem Erlebnis im Frühjahr diesen Jahres. "Ich war in der Geisbruch-Apotheke an der Ferdinantenstraße, als ich am ehemaligen Poststübchen ein Schild mit der Aufschrift ,Zu vermieten' entdeckte. Ich habe sofort angerufen." Schnell wurden sich Vermieter und möglicher Mieter einig. Bereits am 28. Juni hatten Sabine und Rainer die Kneipe renoviert, um die Kneipe neu zu öffnen. "Road House" heißt die Einrichtung seitdem. Und das ist Programm. Denn in der Gaststätte wird nur Musik gespielt, die vor allem Rocker lieben: Rock und Hardrock. "Led Zeppelin, Iron Maidon, Deep Purple oder AC/DC aus den alten Zeiten", zählt Sabine Grabowski Bands auf, deren Scheiben im Road House zu hören sind. "Aktuell Pearl Jam oder Volbeat." Durch die pure Rockmusik hat sich die Gaststätte im Laufe der Monate zu einer Szenekneipe entwickelt, die verhältnismäßig junge Besucher anzieht, aber fast keine Rocker. "Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 35 und 40 Jahren", sagt Grabowski. "Insgesamt liegt das Alter des Stammpublikums zwischen 25 und 70. Langsam spricht sich herum, dass es das Road House gibt und dort ausschließlich Rockmusik gespielt wird." Einmal im Monat bietet die neue Gaststätte, die traditionell eingerichtet ist, Nachwuchsbands eine Bühne, auf der sie handgemachte Rockmusik live präsentieren können. So waren beim Geisbruchfest im September die Bands "28" und "Think Twice" zu hören. Oder zu Halloween am 30. Oktober spielten "28" und "Halloween take 2". "Es war eine super Stimmung", sagt Sabine Grabowski. "Die Musik ist sehr gut angekommen." Wenn Bands spielen, ist die Kneipe richtig voll. "Die Zeiten, in denen die Besucher in Dreierreihen vor der Theke standen, sind längst vorbei", sagt Rainer Grabowski. "Unter der Woche ist kaum etwas los. Deshalb haben wir nur am Donnerstag, Freitag und Samstag geöffnet." Schließlich müssen der 47-Jährige, der als Technischer Leiter in einer Maschinenbaufabrik arbeitet, und seine Frau, nicht vom Road House leben, sondern betreiben die Kneipe als bezahltes Hobby.

So haben sie auch nur einen Vertrag, der über ein Jahr läuft, nicht – wie bei vielen Gaststätten üblich – über fünf. "Wenn es uns nicht mehr gefällt, hören wir auf", sagt Sabine Grabowski und blinzelt zu ihrem Mann herüber. Schließlich gefällt es den beiden, dreimal in der Woche in die Rolle von Wirtin und Wirt zu schlüpfen. Dabei denken sie nicht ans Aufhören.

(got)