Im Kamp-Lintforter Gestfeld sind die Stellplätze knapp

Kamp-Lintfort : Im Gestfeld sind die Stellplätze knapp

Besonders wenn die Schule beginnt, haben Autofahrer lange zu suchen, bis sie ihre Wagen abstellen können. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Seit 20 Jahren wohnt Claudia Fuchs-Jabra mit ihrer Familie am Hölderlinweg im Gestfeld. „Zum Glück haben wir direkt vor unserem Haus eine Garage“, erzählt die Mitarbeiterin der Europaschule. „Vor der Garage ist Platz für ein zweites Auto. Wir haben ja zwei. Aber wenn Besuch kommt, wird es eng. Denn im Hölderlinweg fehlen Stellplätze, wie im gesamten Gestfeld.“

Bis Anfang 2016 war die Situation noch entspannter. Da lag am Hölderlinweg ein unbebautes Grundstück, auf dem Autofahrer ihre Wagen abstellten, was nicht geahndet wurde, selbst wenn es nicht erlaubt war. „Bis dahin war es kein Problem, sein Auto dort zu parken“, blickt Fuchs-Jabra zurück. „Besucher haben immer einen Platz gefunden.“

Doch dann rollten Bagger an, weil auf dem Grundstück, das als wilder Parkplatz genutzt worden war, die Seniorenresidenz entstand. „Für uns Anwohner ist es seitdem eine Katastrophe, besonders für die, die keine Garage oder keinen Stellplatz haben.“ Parallel dazu seien in dem verkehrsberuhigten Bereich der Hölderlinstraße, der durch sein Schild mit spielenden Kinder besser als Spielstraße bekannt ist, an einigen Stellen absolute Halteverbote ausgeschildert worden. „Die Feuerwehr fährt in regelmäßigen Abständen durch die Straßen“, sagt Kämmerer Martin Notthoff, zu dessen Bereich in der Verwaltung auch der ruhende Verkehr gehört. „Wenn die Breite für die Feuerwehrfahrzeuge nicht reicht, kann die Beschilderung geändert werden.“

Obwohl im Gesamtgebiet genügend Stellplätze vorhanden seien, sieht Notthoff drei Probleme. Zwar sei für jede Wohnung ein Stellplatz vorzuhalten. Doch würden heute viele Familien zwei, manchmal sogar drei Autos besitzen, zu denen noch Autos von Besuchern kommen könnten. Zum zweiten seien nicht alle Garagen als Stellplätze für Autos genutzt, obwohl sie so zu nutzen seien, sondern zweckentfremdet, beispielsweise als Abstellkammern. Diese Stellplätze fehlen, sagt Notthoff. Zum dritten würden die vorhandenen Stellplätze nicht direkt vor der Haustüre liegen, wo die meisten ihre Autos parken wollten.

Nach Angaben von Notthoff kontrollieren etwa alle vier Wochen Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Situation im Gestfeld, um Falschparkern entsprechende „Knöllchen“ zu verteilen. „Wenn sich Nachbarn beschweren, kommen wir natürlich öfter“, versichert er.

Trotzdem parkten Autofahrer immer wieder falsch, besonders abends und an Wochenenden, wenn Kontrollen nicht zu erwarten seien, hat Claudia Fuchs-Jabra festgestellt. Besonders schlimm sei es außerhalb der Ferien,  wenn an der Ernst-Reuter-Grundschule und der Europaschule an der Sudermannstraße  vor allem morgens und mittags  hektische Betriebsamkeit herrscht. „Dann kommen die Autos der Lehrer und der Eltern hinzu, die ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen“, sagt sie. „Die Autofahrer müssen noch länger einen Platz suchen.“

Die Kamp-Lintforterin sieht keine Lösung des Problems. Anwohnerparkausweise, die Autofahrer zu zahlen hätten und in Großstädten das Problem mildern würden, weil dann Garagen und Stellplätze aktiviert würden, hält sie nicht für durchsetzbar, da in Kamp-Lintfort das Parken in Wohngebieten immer kostenfrei gewesen sei. So bleibt ihr nur ein Trost. „In anderen Wohngebieten sieht es genauso aus“, erzählt sie. „Kürzlich war ich im Niersenbruch. Dort habe ich auch keinen Stellplatz gefunden.“

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