IG Dachsbruch hofft auf viele Unterstützer gegen den Kiesabbau in Kamp-Lintfort.

Kiesabbau in Kamp-Lintfort : IG Dachsbruch: „Erheben Sie Einspruch gegen den Kiesabbau“

Bis zum 27. Februar können Bürger beim Regionalverband Ruhr ihre Einwendungen gegen den Kiesabbau im Wickrather Feld vorbringen. IG hofft auf große Beteiligung.

12.000 Unterschriften gegen einen Kiesabbau im Wickrather Feld hat die Interessengemeinschaft (IG) Dachsbruch in den vergangenen Monaten gesammelt. Ein positiver Zuspruch. Doch die Mitglieder hoffen auf weitergehende Unterstützung aus Kamp-Lintfort und den Nachbarkommunen: Am 27. Februar endet die Frist, um gegen die aktuellen Kies-Pläne beim Regionalverband Ruhr (RVR) Einspruch zu erheben. „Es kann jeder einen Einspruch erheben“, betonen Marion Kempken und Helmut Wiedemann und wünschen sich, dass sich viele Bürger beteiligen werden.

Die IG hat 2500 Flyer erstellt und drucken lassen, die über das Verfahren und die Vorgehensweise informieren. 500 Stück haben die Mitglieder am Wochenende bereits an die Haushalte verteilt. Für sie heißt das: Klinken putzen. „Wir kämpfen nicht nur für uns, sondern für den ganzen Niederrhein“, betont Wiedemann. Der aktuelle Entwurf des RVR sieht allein in Kamp-Lintfort neue Kiesflächen mit einer Gesamtfläche von 160 Hektar vor, im Wickrather Feld ist ein Bereich von etwa 92 Hektar in den Plänen eingezeichnet. „Wir versuchen, mit unseren Aktionen die Motivation der Bürger hoch zu halten, unseren Widerstand zu unterstützen“, sagt Wiedemann im Wissen, dass die Thematik komplex und nicht leicht nachvollziehbar ist. „Wir kennen ja selbst das Gefühl der Ohnmacht gegenüber der Politik“, fügt Marion Kempken hinzu. Auf ihrer Internetseite hat die IG eine Vorlage eingestellt, wie Einwendungen formuliert werden können. Diese kann heruntergeladen werden. Auf der Internetseite findet man auch eine Liste mit Argumenten, die beim Schreiben des Einspruchs hilfreich sein soll. „Für alle, die keinen Computer haben, gibt es vorgedruckte Briefe, in denen sie ihre Argumente handschriftlich eintragen können“, berichtet Wiedemann. Die Argumente, die die IG zusammengetragen hat, sind vielfältig: Zerstörung der Landschaft, Gefahr für das Trinkwasser, Verlust von Ackerflächen, negativer Einfluss auf die Klimaregulierung zum Beispiel. „Unser schärfstes Argument ist aber, dass das Wickrather Feld bereits mehrfach als ungeeignet eingestuft wurde, zuletzt 2008 von der Bezirksregierung Düsseldorf und Ende der 1990er Jahre vom Oberverwaltungsgericht Münster“, erläutern Wiedermann und Kempken. Auch dieses Mal reiche die Mächtigkeit mit 15 Metern nicht aus, vorgegeben sind 20 Meter.

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