Kamp-Lintfort: Hoerstgener Kinder auf Entdeckungsreise

Kamp-Lintfort: Hoerstgener Kinder auf Entdeckungsreise

60 Mädchen und Jungen waren beim Osterlager der Freien Evangelischen Gemeinde dabei. Als Detektive waren sie dem Apostel Petrus auf der Spur. Die Ergebnisse präsentieren sie morgen in einer Ausstellung und einem Gottesdienst.

Für die Freie evangelische Gemeinde ist das Osterlager das größte Projekte im Jahr. Zwischen 50 und 65 Kinder kommen ab Dienstag nach Ostern zum "Ola", wie es kurz heißt, diesmal 60, die alle gelbe T-Shirts tragen. Dazu sind 50 Gemeindemitglieder eingebunden, die sich durch rote T-Shirts unterscheiden, damit das sechstägige Ola reibungslos abläuft.

Manche sind nur für einige Stunden aktiv, beispielsweise um eine Geschichte vorzulesen, manche für alle, wie Andreas Böckler, der das Ola federführend mitorganisiert. Beim 13. Mal steht es unter dem Motto "Sag niemals nie - das Geheimnis der Akte P".

Die Kinder, die zwischen acht und zwölf Jahren alt sind, sind vormittags Detektive, die die Geschichte des Apostels Petrus, miterleben, der nach dem Matthäusevangelium dreimal "nie" sagte, als er Jesus in der Nacht vor dessen Kreuzigung verleugnete. Sie bekommen diese von Samuel Wischmeyer mit allen Mitteln der Kunst vorgestellt, beispielsweise als Theaterstück oder mit Gesang, bei dem sie auf der Bühne im Gemeindezentrum selbst eingebunden sind.

So sind sie mit dem Kinder- und Jugendreferenten aus Bramsche bei Osnabrück dem Charakter des Jüngers Jesu auf der Spur, zunächst gemeinsam, dann in acht Gruppen je sieben oder acht Kindern.

Weil für diese Gruppen der Platz im neuen Gemeindezentrum, das zu Ostern 2017 an der Molkereistraße eröffnet wurde, nicht reicht, tagen einige im Haus der Gemeinde, das an der Ecke von Hoerstgener Straße und Molkereistraße liegt, sowie im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen an der Dorfstraße. "Die Zusammenarbeit funktioniert gut", betont Pfarrer Joachim Lang.

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An den verschiedenen Orten treffen sich die Kinder am frühen Nachmittag zu den Workshops, nachdem sie gemeinsam gegessen und sich beim Fußballspielen ausgetobt haben. "Das Essen fördert die Gemeinschaft" sagt Andreas Böckler. "Die Kinder lieben sie. Deshalb kommen sie meistens schon um acht Uhr zum gemeinsamen Frühstück, obwohl Ferien sind. Das war früher anders. Da saßen nur zehn am Frühstückstisch. Heute sind es 50."

In den Werkstätten sind die Kinder kreativ, die vor allem in Hoerstgen und Kamp-Lintfort, aber auch in Issum, Sevelen oder Rheurdt wohnen. In mobilfunkfreier Zone fertigen sie mit Lichterketten Leuchtbuchstaben an, bemalen Porzellan, kleben Korkschnipsel auf Bilderrahmen, üben beim Lettering das Schönschreiben oder gießen aus Beton Kerzenständer, um sie dann zu kolorieren.

Die "Olaner" zeigen diese Kunststücke am morgigen Sonntag bei einer Vernissage, die um 10 Uhr im Haus der Gemeinde beginnt und gegen 11.30 Uhr endet, um sie anschließend mit nach Hause zu nehmen.

Parallel dazu tragen die Kinder im Gemeindezentrum ihren Geschwistern, Eltern und Großeltern vor, was sie in den Tagen seit Dienstag erlebt haben. Dazu gehört auch eine Planwagenfahrt mit einem Traktor, die sie am Freitag als Überraschung auf den Dümptenhof bei Wachtendonk unternahmen, wo sie zwei Stunden spielen.

"Damit alle Kinder teilnehmen können, liegt der Beitrag für die Woche nur bei 45 Euro", berichtet Andreas Böckler über das Osterlager, durch das immer einige Kinder zur Gemeinde finden, in der sie bei den Pfadfindern oder in der der Gruppe für die Kindergottesdienste aktiv werden. "Darin sind Essen, Trinken und jede Menge Material enthalten. Das funktioniert aber nur, weil die Arbeitsgemeinschaft 78 Projektmittel bereitstellt. Dazu arbeiten die 50 Gemeindemitglieder ehrenamtlich."

(got)