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Kamp-Lintfort: Hochschultag beleuchtet Wandel der Bergbaustadt Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Hochschultag beleuchtet Wandel der Bergbaustadt Kamp-Lintfort

Erstmals hatte der Tag der offenen Tür ein Thema. Die Nachhaltigkeit der Stadtentwicklung und des Lebens stand im Mittelpunkt.

Erstmals hat die Hochschule Rhein-Waal ihren Tag der offenen Tür unter ein Thema gestellt. "Wir verstehen uns als wichtiger Motor für nachhaltige Entwicklung in der Region sowie auf nationaler und internationaler Ebene", begründete Hochschulpräsidentin Heide Naderer die Wahl des Themas. In der vergangenen Woche hatte die Hochschule einen Kooperationsvertrag mit der Landesgartenschau GmbH geschlossen. So lautete das Motto der Vortragsreihe, die wissenschaftlicher Kern des Tags der offenen Tür ist: "Bergbau, Hochschule. Landesgartenschau - eine Stadt im nachhaltigen Wandel".

Im Audimax erzählte zunächst Norbert Ballhaus, der Vorsitzende der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition linker Niederrhein, wie die "Bergbauregion ihr Gesicht" wandle, in der von 1854 bis 2012 schwarzes Gold ans Tageslicht gefördert worden sei. Interessanterweise würden mehrere einstige Bergbauflächen der Energieerzeugung dienen. Auf dem Rheinpreußen-Eurotec-Gelände befinde sich ein Biomassenkraftwerk, an der Halde Norddeutschland gebe es einen Solarpark und um die Halde Pattberg entstehe ein Windpark.

Dieter Tenhaeff, Wirtschaftsförderer der Stadt, beleuchtete den Strukturwandel "von der Bergmannsstadt zum Hochschulstandort". Kamp-Lintfort habe 2006 mit Siemens und 2012 mit dem Bergbau große Arbeitgeber verloren, habe aber neue Unternehmen und Arbeitsplätze ansiedeln können. Er präsentierte den Stadtumbau der Innenstadt. Neue Wohngebiete böten ein "vertrautes Zuhause". Dazu besitze Kamp-Lintfort hochwertige, vernetzte Grünflächen.

Daniela Lud, Professorin für Umweltsanierung, sprach über die Flächenentwicklung als "Baustein nachhaltiger Stadtentwicklung". Sie blickte damit auf das Friedrich-Heinrich-Quartier, das sich mit der Landesgartenschau 2020 zu einem Park und einem Wohngebiet entwickeln soll. Kai Tiedemann, Professor für Ökologie und Umwelt, berichtete, wie das "FabLab", das Technikum der Hochschule, 2020 "grün" werde.

Passend zum Themas Nachhaltigkeit hatten Studenten Aktionen für Kinder vorbereitet, die zum Beispiel Baumwolltaschen mit Motiven und ihrem Namen versehen konnten. Oder sie luden zu einem Quiz ein, bei der Oberstufenschüler, die als zukünftige Studenten eine Zielgruppe beim Tag der offenen Tür sind, Fragen um den Energie- und Ressourcenverbrauch im normalen Leben zu beantworten hatten. Dabei lagen nicht wenige falsch, etwa wenn sie nicht die 9000 Liter Wasser errieten, die im Durchschnitt bei der Herstellung eines Mobiltelefons umgesetzt werden. Die Laboratorien zeigten ihre Projekte zur Nachhaltigkeit, etwa das "Urban Gardening" in der Reichelsiedlung in Rheinberg, wo die Bewohner in Hochbeeten Gemüse-, Kräuter- und Blumen anbauen.

"Ich schätze, im Laufe des Tages sind 1000 Besucher gekommen", freute sich am späten Samstagnachmittag Andreas Schürholz, Professor für Produktion und Logistik sowie als Dekan Ansprechpartner für den Campus der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort. "Das sind etwa so viele wie vor einem Jahr."

(got)