Hochschule Rhein-Waal: So überlebt man als Erstsemester

Zum Hochschulstart : So überlebt man als Erstsemester

Am Montag beginnt die Einführungswoche an der Hochschule Rhein-Waal. Wir haben zwei Betreuer und Studenten gefragt, wie Studienanfänger die ersten Wochen überstehen können.

Mit der „Freshers’ Week“, der Einführungswoche für die knapp 500 Studienanfänger, beginnt an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort am Montag das Wintersemester 2019/20. Die meisten der Erstsemester starten gleichzeitig in einen völlig neuen Lebensabschnitt. „Das ist ein kompletter Neustart“, findet Stefanie Bundschuh, die ihr Studium im vergangenen Jahr begann und jetzt als Tutorin selber Anfänger betreut. „Wir tun alles, um den Neuen den Start zu erleichtern“, sagt Johannes Pfeifer. Der wissenschaftliche Mitarbeiter steht kurz vor seinem Master-Abschluss und leitet die „Freshers’ Week“. Gemeinsam mit den beiden haben wir die vier wichtigsten Tipps für Erstsemester zusammengetragen, um den Uni-Start zu meistern.

Johannes Pfeifer organisiert die „Freshers’ Week“. Foto: Christos Pasvantis

Freunde finden Klingt banal, ist aber für den Start das allerwichtigste. „Fast allen Erstis geht es am Anfang gleich“, sagt Pfeifer. „Sie kommen in eine neue Stadt, in ein neues Umfeld und kennen niemanden.“ Das gilt für die Hochschule Rhein-Waal ganz besonders – Menschen aus 120 Ländern studieren dort. „Wenn man ganz einfach offen ist und an unseren ersten Veranstaltungen teilnimmt, ist das schon die halbe Miete“, meint Pfeifer. Mit verschiedenen Spielen und Teambuilding-Maßnahmen tun er und seine Kollegen in der ersten Woche viel dafür, dass Kontakte geknüpft werden. Der Rest ergibt sich dann spätestens beim ersten Kneipenbummel. „Meistens ist es dann tatsächlich so, dass aus diesen Gruppen über das Studium hinweg enge Freundschaften entstehen“, sagt Pfeifer. Auch Stefanie Bundschuh findet: „Ich bin zum Studium aus Bayern hierher gezogen, kannte gar niemanden. Das schöne hier ist, dass die Uni so klein ist und man bald jeden kennenlernt. Da entwickeln sich schnell Freundschaften.“ Und die sind für sie „das wichtigiste überhaupt“, um an der Hochschule zu bestehen.

Stefanie Bundschuh studiert seit einem Jahr in Kamp-Lintfort. Foto: Hochschule Rhein-Waal

In Ruhe einen Überblick verschaffen An der Uni kann man schnell die Übersicht verlieren. „Man kommt von seiner kleinen Schule und alles ist plötzlich ein paar Nummern größer“, sagt Bundschuh. Es gilt, sich nicht nur die Lage der Hörsäle, sondern auch die verschiedenen Institutionen, Anlaufstellen und Terminfristen einzuprägen. „Damit ist am Anfang jeder Student überfordert, garantiert“, sagt Johannes Pfeifer, der deshalb rät: „Ruhe bewahren und nicht panisch werden.“ Bei einer Infoveranstaltung in der kommenden Woche werden die Erstsemester alle wichtigen Informationen bekommen, auch danach seien viele Leute an der Hochschule offen für Fragen: „Man kann jederzeit zu uns kommen und muss sich auch nicht scheuen, die Professoren anzusprechen.“ Stefanie Bundschuh findet: „Dass das alles am Anfang ein bisschen viel ist, ist doch normal. In der Regel lernt man aber auch schnell Leute kennen, die schon länger studieren und die einem helfen können.“

Selbstständig werden „Für viele Studenten ist der Studienstart auch mit einem Umzug verbunden, für die meisten in die erste eigene Wohnung“, sagt Johannes Pfeifer, „gerade für Studenten, die zum Beispiel aus Indien oder den USA kommen, ist es auch eine völlig neue Kultur“. Verhungert sei in Kamp-Lintfort aber noch niemand – im Gegenteil: „Das ist für junge Menschen eine total spannende Phase.“ Bundschuh blickt zurück: „Es ist schon ein komisches Gefühl, von zu Hause wegzuziehen und zu wissen, dass man wahrscheinlich nie wieder im Elternhaus wohnt. Ich habe es als Chance gesehen, mir ist es überhaupt nicht schwergefallen.“

Lernen lernen Der Arbeitsaufwand an einer Uni ist deutlich höher als noch an der Schule. Das war auch bei Bundschuh so: „Ich hatte in der Schule nie das Gefühl, dass ich übermäßig viel lernen musste. An der Uni muss man erst mal das Lernen lernen.“ Ein Semester habe sie dafür gebraucht: „Das Aufbereiten des Stoffs ist hier Eigenarbeit, das macht niemand für einen.“ Pfeifer findet: „Das Zeitmanagement und die Motivation sind das wichtigiste.“ Sein Tipp: „Jeder sucht sich einen Studiengang doch vor allem deswegen aus, weil er ihn interessiert. Am besten klappt es, wenn man eine Faszination entwickelt für einen Bereich, den man besonders spannend findet. Dann würde das Lesen und Lernen deutlich leichter fallen. Dass ein Großteil der Literatur und auch viele Kurse auf Englisch sind, sei kein Problem: „Daran gewöhnt man sich sehr schnell.“

Hilfreich sei es zum Beispiel, Filme und Serien auf Englisch zu schauen. Pfeifer verrät lachend: „Ehrlich gesagt, haben viele Dozenten die gleichen Probleme mit englischer Fachsprache wie die Studenten. Da erwartet keiner zu viel von den Anfängern.“

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