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Hochschule Rhein-Waal Kamp-Lintfort: Interesse am Studium ohne Abitur wächst.

Bildung in Kamp-Lintfort : Hochschule Rhein-Waal: So klappt’s mit dem Studium ohne Abitur

Lisa Bausdorf ist eine von derzeit 19 beruflich qualifizierten Studierenden an der Hochschule. Ansprechpartner für Interessenten ist die Zentrale Studienberatung.

Sich einer besonderen Herausforderung zu stellen, nahm sich Lisa Bausdorf vor, als sie ihr Studium an der Hochschule Rhein-Waal antrat. Ohne Fach- oder Vollabitur, aber dafür mit einer kaufmännischen Ausbildung und langjähriger Berufserfahrung in der technischen Dokumentation in der Tasche, bewarb sich die 30-Jährige für den Bachelor-Studiengang „Qualität, Umwelt, Sicherheit und Umwelt“.

„Ich wollte einfach Veränderung und etwas anderes erleben“, so die Studentin zu ihrer Motivation, sich an der Hochschule Rhein-Waal zu bewerben. „Ich habe allerdings sehr daran gezweifelt, ob ich mit meinem schulischen Hintergrund überhaupt in der Lage bin zu studieren. Letztendlich haben mich mein persönliches Umfeld, also Familie und Freunde, genau wie die Mitarbeiterin der Zentralen Studienberatung an der Hochschule bestärkt, dem Ganzen eine Chance zu geben.“

Mit ihren Zweifeln ist Lisa Bausdorf nicht alleine. Viele Studieninteressierte ohne Fach- oder Vollabitur machen sich ähnliche Sorgen. „Die Studieninteressierten möchten von uns natürlich zunächst wissen, ob sie mit ihrem Bildungs- und Berufshintergrund überhaupt studieren können. Das ist leider nicht immer der Fall, aber zum Beispiel ein Meister oder eine Meisterin im Handwerk und viele andere Lebensläufe schaffen die Voraussetzung, ein Studium aufnehmen zu dürfen. Dazu berät die Zentrale Studienberatung und vermittelt bei Bedarf Kontakte zu bereits eingeschriebenen Studierenden ohne Fach- oder Vollabitur“, so Katharina Vogl, Studienberaterin an der Hochschule Rhein-Waal. „Wir möchten die Ratsuchenden natürlich bestärken, aber gleichzeitig auch einen realistischen Eindruck davon vermitteln, was auf sie zukommt.“

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Die Zahl der Studienanfänger ohne ein Fach- oder Vollabitur wächst. Deutschlandweit waren es 8500 Absolventen, die 2019 ihr Studium erfolgreich abschlossen  – seit 2013 hat sich die Zahl fast verdoppelt. Oft entscheiden sich Menschen zunächst für eine Ausbildung. Ein Studium ist gar nicht in der eigenen Berufsperspektive verankert. Dabei sind Studierende mit beruflichem Hintergrund eine Bereicherung für die Diversität und die Praxisnähe in Studiengängen. Aktuell sind 19 beruflich Qualifizierte an der Hochschule eingeschrieben. Insgesamt haben bisher zwölf beruflich Qualifizierte einen Abschluss an der Hochschule Rhein-Waal erreicht.

„Ich hoffe, dass ich mein Studium innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgreich abschließen kann. Im Anschluss möchte ich im Bereich Katastrophenschutz arbeiten, aus diesem Grund habe ich mich für den Bachelor-Studiengang „Qualität, Umwelt, Sicherheit und Umwelt“ entschieden. Ich könnte mir auch einen anschließenden Master in Richtung Katastrophenschutz oder humanitäre Hilfe vorstellen, wenn meine Abschlussnote gut genug ist“, beschreibt Lisa Bausdorf ihre beruflichen Wünsche. „Etwas lernen zu können, was wirklich meinen Interessen entspricht, gibt mir stets die Motivation und den Willen, über mich selbst hinauszuwachsen und mich auch an schwierigen Themen ‚festzubeißen‘, bis ich die notwendigen Kenntnisse aufgearbeitet und verstanden habe. Ob ich dieses Maß an Eigenmotivation allerdings auch schon Anfang 20 gehabt hätte, da bin ich mir nicht sicher“.

Wer sich für den Einstieg ins Studium interessiert, kann sich an die Zentrale Studienberatung wenden (studienberatung@hochschule-rhein-waal.de) und am Langen Abend der Studienberatung (24. Juni, 17 bis 20 Uhr) teilnehmen. Infos:  www.hochschule-rhein-waal.de).

(RP)