Kamp-Lintfort: Hacki I. - ein neuer Prinz für Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Hacki I. - ein neuer Prinz für Kamp-Lintfort

Das närrische Oberhaupt möchte die Menschen zum Lachen bringen. Gestern hat Walter Hackstein die Deklaration unterschrieben, als Prinz zur Verfügung zu stehen. Den Karneval kennt der 72-Jährige bereits aus Pulheim bei Köln.

Bernd Grossauer, der Präsident des Kamp-Lintforter Karnevalsvereins, schmunzelte ein wenig, als er gestern den neuen Kamp-Lintforter Stadtprinzen auf dem Prinzenplatz vorstellte: "Ich habe erst gedacht, in diesem Jahr würde ich einmal drum herumkommen, ein Prinzenlied zu schreiben." Denn lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde es in der kommenden Session mit Chantal I. nur eine Jugendprinzessin geben. Doch vor zwei Monaten entschied sich Walter Hackstein, in die Prinzenrolle zu schlüpfen. So hatte der KKV-Präsident doch ein Prinzenlied zu texten, wie seit drei Jahrzehnten.

"Fast niemand kennt ihn unter seinem richtigen Vornamen", sagte er bei der Vorstellung. "Alle nennen ihn Hacki. Deshalb heißt er als Prinz auch Hacki I." Damit ist er der erste Prinz in Kamp-Lintfort, der nicht mit seinem Vornamen angesprochen wird, sondern mit Spitznamen. Zum Kamp-Lintforter Karneval kam der 72-Jährige erst spät. Es war vor knapp vier Jahre, als seine Frau Doris I. Regentin war. Sie hatte in den Sälen tolle Laune verbreitet, zum Beispiel indem sie immer wieder Polonaisen startete. Ihr Gatte trat dem KKV bei, wurde "Närrischer Ritter" und stellvertretender Vorsitzender. "Ich kannte den Karneval aus Pulheim bei Köln", sagt der zukünftige Prinz. "Dort habe ich die Kellnerschaft organisiert. Alle Großen im Karneval habe ich gesehen, zum Beispiel die Höhner oder die Bläck Fööss." 500 Orden hat er bei seinen Diensten in Pulheim gesammelt. Ab dem 21. November, wenn er im Josef-Jeurgens-Haus bei der Proklamation Mütze mit kurzer Feder, Zepter und Kette erhält, wird er Orden verleihen. Diese Orden werden in den kommenden Wochen gestanzt werden. Weiter ist der zukünftige Prinz schon mit dem Ornat: Hose, Jacke und Umhang in den Vereinsfarben Rot und Weiß sind bereits fertig. Prinzenführer ist Hermann Köster, der bis zum Sommer stellvertretender KKV-Präsident war, wie der zukünftige Prinz.

Hermann Köster war es auch, der die Deklaration verfasste, mit der sich Walter Hackstein gestern schriftlich verpflichtete, nicht mehr als Prinz abzuspringen. Auch Siggi Thiel als Präsident des Festausschusses Kamp-Lintforter Karneval, Hans-Peter Peißer als Präsident des Karnevalskomitees Kolping und KKV-Präsident Bernd Grossauer unterschrieben diese Deklaration.

"Seit zwei Jahren arbeiten KKV und Kolping eng zusammen", sagt Hans-Peter Peißer. "Wir helfen uns und stimmen Termine ab." Zum Beispiel werden auch Kolping-Mitglieder des Hacki I. bei Auftritten begleiten, genauso wie in der vorangegangenen Session Mitglieder des KKV das Dreigestirn von Kolping durch ihre Präsens unterstützten. "Ich will viel Freude verbreiten", sagt der zukünftige Prinz, der beruflich Veranstaltungen und Feiern plant und organisiert. "Ich will lachende Menschen sehen." Doris Hackstein wünscht ihrem Mann Glück. "Ich habe meine Freude gehabt", sagt sie. "Jetzt bist du dran." Übrigens war sie Saalprinzessin, genauso wie er Saalprinz ist. Denn in der nächsten Session läuft der Rosenmontagszug nicht durch Kamp-Lintfort, sondern durch Rheinberg. "Ich muss nicht auf dem Wagen stehen, um Helau zu rufen", sagt Walter Hackstein. "Ich kann auch so Freude bringen."

(got)