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Kamp-Lintfort: Gymnasiasten filmen wie in Hollywood

Kamp-Lintfort : Gymnasiasten filmen wie in Hollywood

Neuntklässler des Gymnasiums haben in einer Projektwoche das Drehbuch zu einem Kurzfilm geschrieben. Gestern begannen sie mit den Dreharbeiten, die sie heute abschließen. Der Film ist im Juni in der Lichtburg in Essen zu sehen.

Als Otis neu auf das Georg-Forster-Gymnasium kommt, passieren plötzlich komische Dinge. Alle denken, der "Neue", der von David mit dem Schulleben vertraut gemacht wird, habe damit etwas zu tun. Doch dann kommt alles ganz anders. Das ist der Plot zu dem Kurzfilm, den Neuntklässler seit gestern drehen. Ein bisschen geht es wie bei einem Set in der Goldenen Ära Hollywoods zu: Kai Sattelberg schlägt die Klappe, während Dominic Wießner den Ton mit einem Mikrofon aufnimmt. Das darf natürlich nicht im Bild zu sehen sein. Und Angelina Schnutz beleuchtet die Szene. Zwei Personen, Nora Engelskirchen und Sandra Schulte-Tickmann, laufen ins Bild. Die beiden 14-jährigen unterhalten sich auf Englisch, bis sie wieder auseinandergehen. Englisch ist die Sprache am Set. Bis auf den Kameramann Emre Mirza sowie Regisseur und Projektleiter Justin Beard sind alle Schüler der Klasse 9d.

Seit Montag sind sie unter die Filmemacher und Schauspieler gegangen, um in einer Projektwoche bis zum heutigen Freitag einen Kurzfilm zu drehen. Am ersten Tag setzten sie sich mit der Frage "What unites us and what divides us?" auseinander. Die Frage, was vereint uns und was entzweit uns, gab die Essener Mercator Stiftung für das Projekt "Leap" vor, über das die Projektwoche finanziert wird. Am Dienstag entwickelten die Schüler den Handlungsstrang und begannen, die Dialoge für das Drehbuch zu schreiben. Am Mittwochnachmittag komplettierten die Schüler das Drehbuch, um es allen zuzusenden und die eigenen Rollen zu lernen. Seit gestern filmen sie an unterschiedlichen Orten in und um das Gymnasium, beispielsweise im Klassenraum oder im Foyer, im Wäscheraum oder in der Unterführung, die sie englisch "Tunnel" nennen.

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"Die Schüler sprechen den ganzen Tag Englisch, nicht nur drei Stunden in der Woche", erzählt Englischlehrerin Natascha Spitz. "Sie haben Erfolgserlebnisse, wenn sie die Sprache verstehen und sprechen. Das Projekt schweißt die Schüler zusammen." In den nächsten Wochen schneidet Regisseur und Projektleiter Justin Beard mit seinem kleinen Berliner Filmunternehmen "Inter Act English" das Material, um es mit Ton und Musik zu unterlegen. "Sieben bis zehn Minuten Film entstehen", erzählt er. Dieser Kurzfilm ist Ende Juni bei einem Filmtag in der Lichtburg in Essen zu sehen. "Der endgültige Termin steht noch nicht fest", erzählt der 37-jährige Regisseur, der im US-Bundesstaat Kalifornien groß geworden ist, wo ja auch Hollywood liegt. "In Essen sind auch die Filme der anderen Schulen zu sehen, die beim Projekt Leap mitmachen."

Finanziert wird das Projekt Leap (Learning English through Arts Program), durch die Mercator Stiftung. Das Gymnasium in Kamp-Lintfort und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Moers-Repelen gehören zu insgesamt 14 Schulen in Nordrhein-Westfalen, die mitmachen. Diese Stiftung wurde von der Handelsfamilie Schmidt-Ruthenbeck gegründet, die eine der drei großen Eigentümerfamilien des Handelskonzerns Metro ist. Sie ist nach dem flandrisch-niederländisch-deutschen Geographen und Kartographen Gerhard Mercator genannt, der vor einem halben Jahrtausend in Duisburg gelebt hatte.

Entsprechend fördert die Mercator Stiftung Projekte, in denen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationen ihr Wissen austauschen. "Außerdem unterstützen der Förderverein des Gymnasiums und die Eltern das Projekt", berichtet Schulleiter Alexander Winzen.

(got)