Gütges baut an der Kruppstraße in Kamp-Lintfort.

Gewerbe in Kamp-Lintfort : Gütges baut an der Kruppstraße

Der Unternehmer hat die letzte Fläche im Gewerbegebiet Nord-Kamperbruch gekauft. Er investiert zwei Millionen Euro.

Für Unternehmer Matthias Gütges schließt sich 2019 ein Kreis. 1998 machte sich der Kamp-Lintforter mit seinem Holzfachmarkt beruflich selbstständig und errichtete den ersten Betrieb im damals noch neuen Gewerbegebiet Nord-Kamperbruch. „Obi hat drei Monate später als ich eröffnet“, erinnert sich der heute 64-Jährige. 21 Jahre später hat er nun die letzte freie klassische Gewerbefläche erworben, die die Stadt Kamp-Lintfort dort noch zu vermarkten hatte.

Der Inhaber von „Holzland Gütges“ will sein Unternehmen um ein Gebäude an der Kruppstraße erweitern. „Ich möchte dort den Bereich der Ausstellung einrichten. Im alten Gebäude ist nicht mehr ausreichend Platz für die Präsentation.“ Rund zwei Millionen Euro investiert er in das Vorhaben und damit in den Standort. „Ich wollte mich immer schon selbstständig machen“, erinnert sich Matthias Gütges an die Anfänge zurück. Er war zuvor im Bereich Holz und Baustoffe im Außendienst tätig. Mit 42 Jahren wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. „Seither sind wir permanent gewachsen“, betont der Unternehmer und CDU-Ratsherr.

Fünf Jahre nach Gründung seiner Firma schloss er sich als Gesellschafter der Holzland-Kooperation an. „Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Holzhändlern in ganz Deutschland“, erläutert Gütges. 2014 übernahm er in Kleve ein Holzland-Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern. „Der Eigentümer wollte aufhören und seine Firma in gute Hände übergeben“, erzählt er. „Mit beiden Standorten decken wir heute den gesamten Niederrhein bis ins Ruhrgebiet ab“, erklärt Gütges nicht ohne Stolz. In Kamp-Lintfort, wo er aktuell elf Mitarbeiter beschäftigt, sei er mit den Jahren und nach dem Bau der zweiten und dritten Halle letztlich an die Grenzen gestoßen. „So dass ich beschlossen habe, den Holzfachmarkt zu erweitern.“ Voraussichtlich ab Ende des Jahres wird er seine Holzprodukte auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern im Erweiterungsbau präsentieren. Die Erdarbeiten sind bereits ausgeführt. Ende April soll der Baustart sein. Das Grundstück grenzt an das heutige Betriebsgelände. „Wir bauen direkt an das bestehende Gebäude an. Aus Gründen des Brandschutzes handelt es sich aber um zwei getrennte Gebäude, die am Ende eine einheitliche Fassade haben werden“, erläutert der Unternehmer. Holzland Gütges nimmt im Gewerbepark Nord-Kamperbruch dann eine Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern ein.

Der Kamp-Lintforter lobt die Wirtschaftsförderung der Stadt Kamp-Lintfort, die es Unternehmen in der Stadt ermögliche, weiter zu wachsen. „Viele Firmen scheitern bei der Expansion, weil schlicht und einfach Gewerbegrundstücke fehlen.“ Das wird auch im Kamp-Lintforter Stadtrat gesehen und diskutiert. In ihrer Stellungnahme zum Regionalplan hebt die Stadtverwaltung deshalb hervor, dass die Landesregierung zusammen mit dem Regionalverband Ruhr (RVR), der für die Flächenplanung zuständig ist, unbedingt klassische Gewerbeflächen ausweisen müsse.

Auch der Politiker Matthias Gütges sieht diese Entwicklung kritisch: „Kamp-Lintfort hat sich gemacht. Nicht nur die Innenstadt hat sich prächtig entwickelt, auch im Gewerbebereich ist die Stadt durch die verkehrsgünstige Lage attraktiv. Jetzt fehlen aber die Gewerbeflächen.“ Im neuen Holzfachmarkt möchte Matthias Gütges das Personal um fünf, sechs Stellen aufstocken. Doch die Suche nach geeigneten Leuten gestaltet sich schwierig. „Es fehlen über all die Fachkräfte, ob Handwerker oder Verkäufer. Der Mangel ist auch in unserer Branche zu spüren.“ Gesucht werden beispielsweise Tischler für Montage und Service.