Großbaustelle Kamp-Lintfort: Hier wird in der Stadt gebaut

Großbaustelle Kamp-Lintfort : Großbaustelle Kamp-Lintfort

In der Stadt wird in diesem Jahr zweieinhalb mal so viel gebaut wie sonst – das macht sich auf den Straßen bemerkbar. Wir geben in unserem Baustellen-Atlas einen Überblick, warum wo für wie lange gearbeitet wird.

So richtig vorwärts geht es im Kamp-Lintforter Straßenverkehr derzeit nicht. Zahlreiche große und kleine Baustellen prägen derzeit das Stadtbild, hindern Autos, Busse und Fußgänger bei der Fortbewegung. An 29 Stellen wird laut einer Auflistung auf der Internetseite der Stadt gerade gebaut – darunter sind zwar viele kleinere, aber auch fünf Großbaustellen. „Derzeit ist es ziemlich viel auf einmal“, gibt Jan Bergmann, Sprecher der Stadt Kamp-Lintfort, auf Anfrage unserer Redaktion zu. „Aber das lässt sich momentan leider nicht verhindern.“

Der Grund dafür liegt in der Finanzplanung der Stadt. Im Jahresetat ist für 2019 nämlich ein Investitionsvolumen von knapp 47 Millionen Euro für Bauvorhaben vorgesehen. „Das ist knapp das Zweieinhalbfache von dem, was wir sonst für ein Jahr vorgesehen haben“, sagt Bergmann. In der Stadt wird in diesem Jahr also deutlich mehr gebaut als sonst. Ein Umstand, der bei vielen Bürgern auf Unverständnis stößt. „Verkehrsplanung ist in Kamp-Lintfort ein Fremdwort. Wenn man die Baustellen sieht, muss man sich fragen, ob die Stadt überhaupt jemanden hat, der so etwas plant“, schreibt Ludger Riegel in einem Leserbrief an unsere Redaktion. Und weiter: „Plötzlich ist Geld für Baumaßnahmen da, wo jahrzehntelang nichts gemacht wurde.“

Stadtsprecher Bergmann hat Verständnis für die Verärgerung – auch, wenn er sagt, dass bei der Stadt selber bislang nur wenige Beschwerden eingegangen seien: „Dass die Anwohner nicht immer begeistert sind, wissen wir. Aber in einer Stadt muss nun mal gebaut werden.“ Dass derzeit so viel gebaut wird, hängt maßgeblich auch mit der Landesgartenschau im kommenden Jahr zusammen. „Im Zuge der Laga laufen ohnehin viele Projekte. Es war zu erwarten, dass wir dann auch größere Bauinvestitionen tätigen können.“

Wir geben einen Überblick, an welchen Stellen in Kamp-Lintfort gerade etwas passiert.

Moerser Straße Schon seit Mai ist die wichtige Straße in der Innenstadt eine Dauerbaustelle. Seitdem ist sie ab der Höhe Grenzstraße eine Einbahnstraße. Durchgeführt wird eine Sanierung des Abwasserkanals. Weil es dort zu Komplikationen kam, dauert es deutlich länger als geplant. Derzeit plant die Stadt, den Verkehr „circa Ende Oktober“ wieder freigeben zu können. „Wir hatten Probleme mit dem Boden, haben dort viele alte Leitungen gefunden. Wenn man ein Loch gräbt, weiß man vorher leider nie so genau, was man drin findet“, erklärt Bergmann. Ärgerlich ist die lange Sperrung vor allem für die ansässigen Einzelhandelsunternehmen, denen viele Kunden fehlen. Bergmann: „Die Gewerbetreibenden sind ,not amused‘.“ Der Verkehr wird weiträumig über die Nordtangente und die Friedrichstraße umgeleitet, weil Rhein- und Malmedystraße ebenfalls gesperrt sind. Auch die Busse müssen Umwege fahren.

Kattenstraße Im Abschnitt zwischen der Moerser Straße und der Brandshofstraße sind mehrere Abschnitte gesperrt. Weiter geht es im Anschluss auch auf der Boegenhofstraße und der Jahnstraße. Dort haben Fahrbahn und Untergrund durch den Bergbau stark gelitten und müssen erneuert werden. Gleichzeitig werden hier die Kanäle saniert. Ein genaues Datum für das Ende der Arbeiten gibt es noch nicht, die Stadt nennt lediglich das Jahr 2020.

Friedrich-Heinrich-Allee An der Kreuzung Friedrichstraße, wo der Parkplatz der Hochschule Rhein-Waal liegt, wird seit Juli ein Kreisverkehr gebaut, nachdem zuvor der Kanal erneuert wurde. Damit will die Stadt bis Ende des Jahres fertig sein. Gebaut wird auch auf Höhe des Bendstegs. Dort entsteht, so die Stadt, ein „vierarmiger Knotenpunkt“ – auf Deutsch: eine Kreuzung. Auf Höhe der B528 wird zudem die Fahrbahn ausgeweitet. Von der Ringstraße aus ist die Zufahrt zum Kino- und Hochschulparkplatz weiterhin möglich, auch die Geschäftsgebäude und das Restaurant Gambero d’Oro sind erreichbar.

Innenstadtumbau Im Rathausquartier kommt es in der Fußgängerzone an verschiedenen Stellen zu Einschränkungen. Sperrungen sind aber nicht geplant. Alle Ladenlokale sind dort fußläufig zu erreichen. Die finale Fertigstellung ist für das kommende Jahr geplant.

Der Plan zeigt, wie der Kreisverkehr nach seiner Fertigstellung aussehen soll. Foto: Stadt Kamp-Lintfort

Eyller Straße Die L491 wird von Grund auf saniert und ist seit Juli zwischen Moerser Straße und Bruchstraße voll gesperrt. Die Zufahrt zu ihren Häusern soll für Anwohner jederzeit möglich sein, ansonsten müssen Autos durch eine Umleitung über den Geisbruch fahren. Auch diese Bauarbeiten will die Stadt bis Ende des Jahres abgeschlossen haben.

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