Kamp-Lintfort: Größter Zuchtbetrieb für "Curly Horses"

Kamp-Lintfort: Größter Zuchtbetrieb für "Curly Horses"

Konstanze Riemann betreibt in Kamp-Lintfort die Riverside Curly Horse Ranch. Die amerikanischen Mustangs haben eine besonders herausragende Eigenschaft: Sie sind auch für Reiter mit einer Pferdeallergie geeignet.

Reiten wie ein Cowboy, einhändig auf einem Pferd, das auf die kleinste Anweisung reagiert und dabei flink und wendig ist, das wollte Konstanze Riemann schon mit zehn Jahren, doch dann stellte sich heraus, dass sie an einer Pferdehaarallergie litt. Damit war ihr Traum erst einmal gestorben. Heute ist die inzwischen 50-Jährige eine versierte Pferdewirtschaftsmeisterin und besitzt zusammen mit ihrem Mann, einem Facharzt für Allergologie, seit sechseinhalb Jahren einen Pferdezuchtbetrieb in Kamp-Lintfort. Diese erstaunliche Entwicklung verdankt sie allerdings weniger der Medizin als einer besonderen Pferderasse, den so genannten "Curlys".

Die vor allem im Norden Amerikas und in Kanada beheimatete Ausprägung des berühmten amerikanischen Mustang-Pferdes besitzt wegen des rauen Klimas dort ein gelocktes Fell, das selbst bei überaus empfindlichen Tierhaarallergikern keinerlei Krankheitssymptome hervorruft. Die Information darüber erhielt Konstanze Riemann damals eher zufällig von einer Patientin ihres Mannes. Bis dahin hatte sie noch nie etwas über diese besondere Pferderasse gehört, doch nach dem Besuch eines kleinen Zuchtbetriebes im Sauerland wusste sie, dass sie hier nach so langer Zeit endlich ihr ideales Westernreitpferd gefunden hatte. Der anschließende Schritt zur Gründung einer eigenen Züchtung war dann nur noch ein kleiner. Zurzeit beherbergt die Riverside Curly Horse Ranch des Ehepaars Riemann 24 "Curlys", davon vier Deckhengste und neun Fohlen, und ist damit der größte Zuchtbetrieb für diese Rasse in ganz Europa. Darüber hinaus bildet Konstanze Riemann auch Westernreitpferde aus, gibt Reitstunden und bietet jungen Leuten, die sich für eine Ausbildung zum Pferdewirt interessieren, die Möglichkeit, zuvor in einem mehrmonatigen Praktikum die realen Anforderungen ihres angestrebten Berufes kennenzulernen.

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Sie empfängt auch - wie Anfang Juli diesen Jahres - gerne angehende Pferdewirte vom Weseler Berufskolleg, um ihnen die besonderen Bedingungen ihres Betriebes zu erklären, doch einen eigenen, passenden Auszubildenden hat sie bisher noch nicht gefunden. "Ich bin da vielleicht ein wenig zu anspruchsvoll", bekennt sie. "Ich wünsche mir jemanden, der schon zu Beginn seiner Ausbildung genau weiß, was er damit anschließend anfangen will. Jemanden, der eine eigene Züchtung im Auge hat, oder in den elterlichen Betrieb einsteigen will oder wie vor kurzem einen Praktikanten, der später einmal mit Rückepferden im Naturschutz arbeiten möchte. "Die Arbeit als Pferdewirt ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern hat oft auch keine geregelten Arbeitszeiten, was viele junge Hobbyreiter gar nicht richtig abschätzen können", weiß Konstanze Riemann. Deswegen findet sie ein möglichst mehrmonatiges Praktikum vor der Berufsausbildung sehr wichtig. "Wer denkt, er könne dabei seine Hobbyreitstunden ausweiten, ist mit der Berufswahl zum Pferdewirt nicht gut beraten."

(lang)
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