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Grafschaft: Abfallgebühren sinken 2021 deutlich

Müllentsorgung in Kamp-Lintfort : Abfallgebühren sinken 2021 deutlich

Ende 2020 ist das Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof bezahlt. Die Gebühren für die grauen Tonnen sinken um rund ein Drittel. Das hat positive Auswirkungen auf die Geldbörsen vieler Bürger im Kreis Wesel.

Gut zwei Jahrzehnte lang spielte der Kreis Wesel mit seinen Abfallgebühren bundesweit im oberen Tabellendrittel mit. Nur wenige kreisfreie Städte und Kreise verlangten mehr Geld, um eine Tonne Haus- oder Sperrmüll verbrennen zu lassen. Zum neuen Jahr wechselt der Kreis Wesel ins untere Tabellendrittel, wobei sich die Zahlen beim Abfall nur schwer vergleichen lassen. Die Kreis Weseler Abfallgesellschaft senkt ihre Gebühren, die sie von den Städten und Kommunen erhebt, um Haus- und Sperrmüll in den beiden Öfen des Abfallentsorgungszentrums Asdonkshof zu verbrennen, um Zweidrittel.

Anstatt 30,4 Millionen Euro, die die Städte und Gemeinde 2019 bezahlen mussten, sind es 2021 nur noch 11,5 Millionen Euro. „Es ist eine drastische Senkung“, sagte Landrat Ansgar Müller am Mittwoch. „Wir haben lange auf den Tag hin gearbeitet, diese Senkung ankündigen zu können.“ Eine entsprechende Vorlage liegt dem Kreistag vor, der darüber am 25. Juni berät. Endgültig beschließt er die neue Gebührensatzung für die Gemeinden und Städte am 8. Oktober. Anschließend arbeiten die Gemeinden und Städte ihre Abfallsatzungen aus, die ab dem 1. Januar 2021 in Kraft treten. Alle müssen die Gebührensenkung des Kreises für den Restmüll weiter geben, sprich die Gebühren für die graue Tonnen senken. „Jede Kommune berechnet die Gebühren unterschiedlich“, sagte Heinz-Günter Schmitz, Aufsichtsratsvorsitzender der Kreis Weseler Abfallgesellschaft. „Zum Teil decken sie über die Gebühren für die Graue Tonne auch den Sperrmüll ab.“

Um wie viel die Kommunen ihre Gebühren für die graue Tonne senken, lasse sich nicht sagen. Bei den Gebühren für die graue Tonnen bildet die Entsorgungsgebühr des Kreises bislang oft die eine Hälfte der Kosten, die umzulegen sind. Die andere Hälfte setzte sich aus dem Stellen der Abfalltonnen, dem Entleeren und allgemeinen Kosten zusammen, zum Beispiel für die Abfallberatung oder die Sperrmüllabholung. So dürfte die Gebühr für die graue Tonne um rund ein Drittel sinken, wenn die KWA für ihre Hälfte zwei Drittel weniger Geld nimmt.

Die KWA kann ihre Gebühren reduzieren, weil sie das Abfallentsorgung abbezahlt hat. Sie verbrennt jedes Jahr 260.000 Tonnen Müll. Außerdem behandelt sie 90.000 Tonnen anderer Abfälle, unter anderem Bioabfall und Grünschnitt. 2021 will sie die Grundgebühr je sozialversicherungspflichtigem Einwohner um gut 90 Prozent senken, von 21,50 Euro auf zwei Euro. Außerdem will sie die Gebühr, um 1000 Kilogramm Abfall zu verbrennen, von 207 Euro auf 109 Euro reduzieren. Summiert ist das eine Senkung um rund zwei Drittel, durchschnittlich um 42 Euro je Kreiseinwohner.

„Der Kreis hat eine Kapazität für Notfälle vorzuhalten“, antwortete Müller auf die Frage, warum die umstrittene Grundgebühr nicht ganz aufgegeben wurde. „Diese Kapazität wurde zum Beispiel gebraucht, als bei den Starkregen im Jahr 2016 viele Keller voll liefen und in kurzer Zeit viel Sperrmüll anfiel.“